Komfort steht obenan

06.01.2014

Bildautor: © Wolfgang Herklotz

Neuer Milchviehstall der Agrargenossenschaft Hohennauen

„Großer Bahnhof“ am Rande von Elslaake bei Hohennauen. Viele Landwirte aus der Region, aber auch  Vertreter zahlreicher Firmen  und Institutionen waren hier am 17. Dezember vergangenen Jahres zusammengekommen. Anlass war die Inbetriebnahme der neuen Milchviehanlage der Agrargenossenschaft Hohennauen. Vorstandsvorsitzender Günter Stöckel erinnerte daran, dass  die Genossenschaft 2010 vor der Frage stand, ob der alte Stall saniert werden soll. „Wir haben uns dann aber dafür entschieden, neu zu bauen. Und zwar so, dass wir bei hohem Komfort für Tier wie Mensch effektiv Milch produzieren können.“
Dafür bietet die rund vier Millionen Euro teure Investition, davon eine Million Euro Fördermittel,  beste Voraussetzungen. Den rund 500 Milchkühen stehen großzügig bemessene Tiefliegeboxen mit Einstreu zur Verfügung, jedes Tier kann rund zehn Quadratmeter Fläche beanspruchen. Eine elastische Stallboxenabtrennung verhindert, dass sich die Tiere stoßen oder gar verletzen. Zum Einsatz kommen zehn Melkroboter, jeweils in zwei 3er Boxen und zwei 2er Boxen angeordnet. Dank neuester Technik  erfolgen die Arbeiten vom Füttern bis zum Entmisten nahezu automatisch.

Der insgesamt rund  5.700  Quadratmeter große Stallkomplex mit eigener Wasserversorgung und leistungsstarker Kühltechnik für die Milch wurde in nur achtmonatiger Bauzeit errichtet. „Die Baugenehmigung zu bekommen hat viel länger gedauert“, betonte Vorstandschef Stöckel, der den beteiligten Firmen herzlich dankte, insbesondere aber der Baukonzept Neubrandenburg GmbH. Diese hatte für den gesamten Prozess von der Planung über die Ausschreibung  bis zur  Bauleitung gesorgt, zur vollen Zufriedenheit des Bauherren. Dabei hatten der strenge Frost zum Jahresanfang  und das infolge des Hochwassers angestiegene Grundwasser im Sommer durchaus für Komplikationen gesorgt. „Nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz von Bauleiter Hans-Heinrich Esau konnten alle Klippen gemeistert werden“, so Günter Stöckel. 

Es war eine richtige Entscheidung der Hohennauener, in großem Stil in die Milchproduktion zu investieren. Dies betonte Rüdiger Schubert, Abteilungsleiter im Potsdamer Infrastruktur- und Landwirtschaftsministerium. „Nach dem Auslaufen der Milchquote kommt es mehr denn je darauf an, effektiv Milch zu erzeugen. Und es ist so wichtig, für Wertschöpfung im ländlichen Raum zu sorgen.“ LBV-Präsident Udo Folgart wies auf die aktuelle Diskussion um Massentierhaltung  und Tierwohl hin. „Hier in Hohennauen gibt es die richtige Antwort darauf. Denn die Kühe werden so gehalten, dass sie sich wohl fühlen und eine hohe Leistung bringen.“ 

Ein wichtiger Tag war der 17. Dezember auch für Gerhard Stackebrandt, Mitbegründer der Agrargenossenschaft und bislang Vorstandsmitglied. Der mittlerweile 65-Jährige hatte das Stallbauprojekt gemeinsam mit Günter Stöckel und Günter Hoppe vorangetrieben. „Ich bin sehr froh, dass alles so gelaufen ist. Jetzt hoffe ich, dass wir die Kühe Mitte Januar wie geplant einstallen können.“ 

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