Kälberdiebstahl in Cammer

07.08.2018

© Frank Bürstenbinder

Der Verlust so vieler Tiere ist für Carsten und Mario Gädtke katastrophal. Die Kälberaufzucht ist das Hauptstandbein des Familienunternehmens aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Der Roggen ist eine Katastrophe, der Mais vertrocknet, an eine zweite Heumahd ist nicht zu denken. Und dann das: Viehdiebe haben aus einem zum Landwirtschaftsbetrieb von Carsten Gädtke gehörenden Stall 66 Kälber gestohlen. Von den Tätern und ihrer Beute gibt es bislang keine Spur. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. 

 

Für das kleine Familienunternehmen, das der in Freienthal wohnende Gädtke zusammen mit seinem Bruder Mario bewirtschaftet, ist der Verlust so vieler Tiere eine Katastrophe. Neben etwas Ackerbau und Waldbesitz leben sie hauptsächlich von der Kälberaufzucht. Die ausschließlich männlichen Tiere sollten in einigen Monaten an Bullenmäster verkauft werden. Der Schaden beträgt rund 50.000 €.

 

Die Gädtke-Brüder gehen davon aus, dass es sich um professionelle Diebe handelt, die im Umgang mit Rindern und deren Verladung erfahren sind. Der betroffene Stall befindet sich in einer Anlage am Rande von Cammer (Amt Brück). Entdeckt hatte das Dilemma Carsten Gädtke, als er am frühen Morgen zum Füttern auf das Gelände kam. „Ich habe mich über die Ruhe gewundert. Außerdem stand das Stalltor offen. Erst dachte ich, die Tiere sind ausgebüxt. Doch dann habe ich die ganze Bescherung gesehen“, berichtet der Landwirt.

 

Die Brüder hatten das marode Gelände vor einigen Jahren gekauft, um es Schritt für Schritt zu nutzen und instand zu setzen. Die Polizei sucht Zeugen, die in der Nacht vom 18. zum 19. Juli verdächtige Fahrzeugbewegungen beobachtet haben. Zunächst müssen sich die Ganoven Zutritt durch das Haupttor verschafft haben. Nach dem Öffnen des Stalltores wurden die Tiere auf einen Viehlaster getrieben. Die Autobahn­anschlussstelle Brandenburg scheidet als schneller Fluchtweg auf die Autobahn wegen ihrer Sperrung aus. In der anderen Richtung ist die Ortsdurchfahrt Brück wegen Bauarbeiten immer noch für Lkw gesperrt. Neben der Polizei verschaffte sich auch das Veterinäramt des Landkreises einen Überblick über die Lage auf dem Betriebsgelände. 

 

Die Kälber selbst sind mit Ohrmarken ausgestattet, die Aufschluss über ihre Herkunft geben. Auf dem freien Markt sind die Tiere deshalb nicht zu verkaufen. Nicht ausgeschlossen, dass die Kälber für illegale Schlachtungen bestellt wurden.

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