Ins Tierwohl investiert

15.06.2015

© Manfred Drössler

Glückwünsche nahm Vorstandsvorsitzender Heinz-Uwe Jaap (M.) von Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Prignitz (r.), und Zuchtberater Bastian Braun entgegen.

Milchviehanlage Pinnow: Hier nahm die Landgenossenschaft Pröttlin Anfang Juni ein neues Melkzentrum in Betrieb. Die mehr als zwei Millionen Euro teure Investition umfasst nicht nur ein modernes Außenmelker-Karussell mit 60 Plätzen, sondern auch einen großzügigen Sozialtrakt mit Umkleide- und Duschräumen, Küche und Schulungsraum für die Mitarbeiter.


Beim Landverpächtertag wenige Tage zuvor stellte die Landgenossenschaft den etwa 300 geladenen Gästen die Baulichkeit vor – und erntete viel Zustimmung. „Das ist eine Investition in die Zukunft, um Schritt zu halten im Wettbewerb. Auch die Arbeitsbedingungen werden verbessert, kein Melker möchte mehr geteilte Arbeitszeiten haben“, hieß es. Überhaupt sei die Landgenossenschaft Pröttlin ein stabiler und wichtiger Betrieb in der Region. „Deshalb stimmen wir gern weiteren langfristigen Pachtverträgen zu, damit das Unternehmen perspektivisch planen kann“, meinten Wilfried Wulff aus Seetz, Hans-Peter Böhning aus Dargardt oder Manfred Nöhring aus Boberow.

 

Sache bald rund


Das moderne Melkzentrum ist eine wichtige Investition ins Tierwohl, zur Arbeitskräftegewinnung sowie für eine saubere, hygienische Milchproduktion. „Wenn dann noch die geplante Stallerweiterung kommt, ist die Sache rund“, betonte Heidrun Seyer, Sachbereichsleiterin Landwirtschaft der Kreisverwaltung. Als Finanzpartner der ­Agrarwirtschaft unterstütze man gern diese Investition, ergänzte Martin Brödder, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz. “


„Der Neubau des Melkzentrums ist eine Ersatzinvestition für das 13 Jahre alte 30er Karussell. Zugleich wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, künftig alle Milchkühe in Pinnow zu konzentrieren – auch die aus den jetzigen Außenstandorten Garlin und Boberow. Dort werden dann Jungrinder gehalten“, erklärte Heinz-Uwe Jaap, der gemeinsam mit Siegfried Schlestein der Genossenschaft vorsteht. Voraussetzung für die Milchkuh-Zusammenführung ist eine weitere Investition – ein Stallneubau für 800 Tiere.


„Dadurch ist es zugleich möglich, einige bisherige Stallbereiche umzunutzen. Den Neubau mit einem Volumen von weiteren rund drei Millionen Euro wollen wir so schnell wie möglich umsetzen. Die Antragsunterlagen sind in Arbeit, es gab bereits einen Termin mit Ämtern und Behörden, um deren Hinweise und Anregungen einzuarbeiten“, erläuterte Jaap.


Perspektivisch werden am Standort Pinnow 1 500 melkende Kühe konzentriert sein. „Mit der Stallerweiterung ergeben sich nicht nur bessere Haltungsbedingungen für die Tiere, ­sondern auch deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter“, argumentierte der Vorstandsvorsitzende. Gebrochene Schichten gehören dann der Vergangenheit an – gemolken wird perspektivisch in zwei Schichten. „Mit Melken und Service kommen die Mitar­beiter auf acht Stunden, sodass sie unter dem Strich auch
mehr verdienen können“, betonte Jaap.

 

Melker gesucht


Der Vorstandsvorsitzende ist sich bewusst, dass man mit dem Wegfall der Milchquote seit  April noch stärker als bisher schwankenden Marktpreisen ausgesetzt ist. So sank der Milchauszahlungspreis der Molkerei Upahl/arla, an die Pröttlin liefert, im Mai auf 28 Cent pro Liter.  „Effektive Kostenstrukturen sind  mehr denn je notwendig, um ökonomisch wirtschaften zu können. In diesem Konsens sehen wir unsere Investitionen. Vordergründig wollen wir natürlich die Haltungs- sowie Arbeitsbedingungen verbessern und die Arbeitsplätze im Bereich Tierproduktion attraktiver machen“, betonte Jaap. Denn ohne attraktive Arbeitsplätze habe man schlechte Karten in der Arbeitskräftesicherung, die auch für die Landgenossenschaft ein wichtiges Thema ist. So wird gegenwärtig ein Melker beziehungsweise eine Melkerin gesucht.


Seit Jahren ist die Genossenschaft ein verlässlicher Ausbildungsbetrieb. „In den vergangenen drei Jahren suchten wir vergeblich nach Lehrlingen, zum August können wir wieder zwei Azubis einstellen“, meinte der Vorstandsvorsitzende erleichtert.

Umfrage: Ferkelkastration



Wie steht es um den Wissens- und Qualifikationsbedarf bezogen auf Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration?

Zur Umfrage

ANZEIGE

ANZEIGE

ANZEIGE

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr