Haus der Landwirtschaft neu eröffnet

25.11.2014

© Rudolf Kupfer

Zur Eröffnung kam Agrarminister Jörg Vogelsänger. (3. v. l.) nach Großräschen.

Umbrüche von enormem Ausmaß hat Groß-räschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nach der Wende 1989 bewältigt. Den Braunkohlenbergbau als bestimmenden Wirtschaftszweig, der hier eine 150-jährige Tradition hatte, gibt es nicht mehr. Heute prägen diese Kleinstadt mit etwa 11 000 Einwohnern das hier beginnende Lausitzer Seenland, die Terrassen der Internationalen Bauausstellung, ein modernes Seehotel und vieles andere. All diese neu geschaffenen Projekte und Objekte geben der Stadt eine Zukunft.

Mit dem am 7. November eröffneten „Haus der Landwirtschaft“ kommt ein weiteres, inzwischen realisiertes Vorhaben dazu. Es hat, wie der Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger bei der Einweihungsfeier erklärte, ein absolutes Alleinstellungsmerkmal im Land. Aus einem verfallenen und seit 2004 ungenutzten Vierseitenhof direkt im Zentrum der Stadt wurde durch Um- und Ausbau ein modernes Multifunktionsgebäude für die Landwirtschaft geschaffen.

Für Bürgermeister Thomas Zenker war dieses Objekt eine der bisher größten Herausforderungen, der sich die Stadt mit Erfolg gestellt hat. Viele Partner, vom ehemaligen Eigentümer bis zum Denkmalschutz, mussten einbezogen werden. Insgesamt über fünf Jahre wurde an der Vorbereitung und Realisierung dieses Vorhabens gearbeitet, insgesamt 1,5 Millionen Euro wurden investiert. Der Fördermittelanteil betrug dabei 1,1 Millionen Euro. Dass für die Bewirtschaftung des in neuem Glanz entstandenen Vierseitenhofes bereits mit dem Baubeginn 2012 der Förderverein für das „Haus der Landwirtschaft und den „Großräschener Weinbau e. V.“ gegründet wurde, war ein richtiger und notwendiger Schritt, so der Vorsitzende Hans-Joachim Kupz.

Dadurch war es möglich, dass bereits am Eröffnungstag in diesen historischen Mauern eine ­Filiale der Volks- und Raiffeisenbank, ein Hofladen und ein Mieter in die neu geschaffene Wohnung eingezogen sind. Ein grünes Klassenzimmer, eine Landwirtschaftsausstellung und eine Weinscheune werden künftig im Rahmen von Weiterbildungsveranstaltungen der Berufsnachwuchsgewinnung neue Möglichkeiten geben, so der Vereinsvorsitzende.

Zu den zahlreichen Gästen, die bei der feierlichen Eröffnung des Hauses dabei waren, gehörte auch der Vorsitzende des Südbrandenburger Bauernverbandes Luckau, Thomas Goebel, der sich über diesen gelungenen Bau freut und gute Möglichkeiten für eine vielseitige Nutzung auch für seinen Verband sieht. Der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes Lindchen-Ressen, Dr. Martin Schultze, ist vor allem von der gelungenen und zweckmäßigen Gestaltung des Vierseitenhofes angetan. Hier werde Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes interessant vorgestellt.

Zur feierlichen Übergabe wurden fünf Weinreben der alten Lausitzer Sorte „Weißer Gutedel“ an eine Giebelfront gepflanzt. Dr. Andreas Wobar hat in Großräschen in den letzten Jahren mit dem Anbau von Wein auf ehemaligem Kippengelände erfolgreiche Pionierarbeit geleistet. In der Weinscheune kann zukünftig das Ergebnis dieser Arbeit verkostet werden.

Eine Erntekrone für dieses gelungene Vorhaben übergaben die Lindenauer Landfrauen. Auch diese Tradition soll zukünftig hier gepflegt werden. Bereits am 22. November gibt es von 13 bis 18 Uhr einen „Tag der offenen Tür“ für alle Interessierten.    

 

Rudolf Kupfer

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