Glyphosat: Zulassung sollte verlängert werden

02.11.2017

© Sabine Rübensaat

Der Einsatz von Glyphosat als eine mögliche Komponente des integrierten Pflanzenschutzes ist ein erprobtes und gezielt einsetzbares Mittel, um insbesondere Begleitunkräuter wie Quecke und Distel zu reduzieren.

Bei der Entscheidung der Europäischen Kommission zur Zukunft des Wirkstoffes Glyphosat erwarten die Brandenburger Landwirte, dass die Beurteilungen der zuständigen Fachbehörden wie der Europäischen Chemikalienagentur ECHA und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA Berücksichtigung finden. Beide Behörden haben Glyphosat bei ordnungsgemäßer Anwendung als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Diese, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Einschätzung sollte bindend sein, zumal zahlreiche weitere Fachgremien den Einsatz befürworten. Einen Kompromissvorschlag zwischen Kommission und Parlament, der ein automatisches Verbot in fünf oder sieben Jahren vorsieht, hält der Landesbauernverband für nicht zielführend.


Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Henrik Wendorff, begrüßt die Empfehlung, die Verwendung von Gly­phosat durch Heim- und Hobby­anwender zu untersagen. „Diese Entscheidung ist längst überfällig.“ Dadurch werde nochmals deutlich gemacht, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ausschließlich in die Hände von geschulten und sachkundigen Personen gehört. Wendorff weist weiter darauf hin, dass der Einsatz von Glyphosat vor der Ernte zur Erleichterung des Druschs in Deutschland bereits seit einigen Jahren nicht mehr wie früher zulässig ist. Daher ist eine europaweite Untersagung dieses Anwendungsbereiches ein weiterer Baustein zur Minimierung des Einsatzes und auch zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU.


Im Gegensatz dazu würde ein totales Verbot von Glyphosat für die Landwirtschaft unter anderem mit der umfangreich praktizierten pfluglosen Bodenbearbeitung und deren positiven Effekten erhebliche nachteilige Folgen haben, so Henrik Wendorff weiter.


Ziel eines jeden Landwirtes ist es, den Kulturpflanzen günstige Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Dabei ist der Einsatz von Glyphosat als eine mögliche Komponente des integrierten Pflanzenschutzes ein erprobtes und gezielt einsetzbares Mittel, um insbesondere Begleitunkräuter wie Quecke und Distel zu reduzieren. In Zukunft werden die Landwirte wohl nun wieder verstärkt zur Bekämpfung von Problemunkräutern auf den arbeits- und energieintensiven Pflug sowie mehrmalige Bodenbearbeitungsgänge zurückgreifen müssen. Dies bedeutet, dass der Dieselverbrauch auf der Fläche deutlich ansteigt und mehr Arbeitszeit benötigt wird. Zum anderen wird aber auch die Funk­tion des Bodens als Kohlenstoffsenke beeinträchtigt, da der ­Humus durch die zwangsläufige intensivere Bodenbearbeitung schneller abgebaut wird. Dies widerspricht eindeutig den Bemühungen der Landwirtschaft, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Weiterhin sinkt das Wasserspeichervermögen und Bodenerosion wird begünstigt, beides Aspekte, die gerade für das trockene Brandenburg sehr wichtig sind.  Angesicht dieser positiven Effekte erscheint ein totales Glyphosatverbot derzeit nicht angebracht.

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