Geflügelpest: Vorsorge ernst nehmen

30.11.2016

Möwe © Wolfgang Herklotz

Die Nachricht kam nicht überraschend. Am 25. November ist nun auch in Brandenburg  bei einem verendeten Wildvogel der Geflügelpesterreger H5N8 nachgewiesen worden. Es handelte sich um eine Möwe, der Fundort befand sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Durch das Veterinäramt des betroffenen Landkreises sind die in der Geflügelpest-Verordnung vorgesehenen Maßnahmen für einen Wildvogelfall eingeleitet worden.


In Potsdam-Mittelmark wurden danach ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet um den Fundort des infizierten Wildvogels eingerichtet. In diesen Gebieten gelten Beschränkungen für Geflügelhaltungen. Geflügel darf für die Dauer von 21 Tagen im Sperrbezirk und 15 Tagen im Beobachtungsgebiet nicht verbracht werden. Gewerbsmäßige Geflügelbestände im Sperrbezirk werden regelmäßig klinisch untersucht. Falls notwendig werden auch Proben für weitergehende Laboruntersuchungen entnommen. Die genauen Grenzen der genannten Restriktionsgebiete werden durch das zuständige Veterinäramt festgelegt. Die betroffenen Geflügelhalter werden über die erforderlichen Maßnahmen informiert.

 

Appell auch an Hobbyhalter


Im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet haben Halter von Hunden und Katzen sicherzustellen, dass diese nicht frei herumlaufen. In ausgewiesenen Restriktionsgebieten ist darüber hinaus die Jagd auf Federwild verboten. Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig: „Zum Schutz der Hausgeflügelbestände haben wir darüber hinaus im gesamten Land die sofortige Aufstallung sämtlicher Geflügelbestände angeordnet.“


Für alle Geflügelhaltungen gelten aufgrund einer Eilverordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft besondere Biosicherheitsmaßnahmen. So müssen neben gewerblichen Geflügelhaltern auch Hobbyhalter sicherstellen, dass die Ein- und Ausgänge zu den Ställen gegen unbefugten Zutritt gesichert sind, die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden; die verwendete Schutzkleidung ist nach Verlassen des Stalls unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren oder unschädlich zu beseitigen, eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

 

Frist auf zehn Wochen beschränken


Brandenburgs Geflügelwirtschaftsverband befürwortet  die Einführung der Stallpflicht. „Es ist in dieser Situation die einzig sinnvolle Maßnahme. Diese ist aber nur dann wirksam, wenn sie bundesweit  konsequent durchgesetzt wird“, erklärt Geschäftsführerin Dr. Katharina Standke. Wichtig sei, dass in sämtlichen Geflügelhaltungen die Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt würden. Der Verband unterstützt die Forderung des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft, die Stallfrist zunächst auf zehn Wochen zu beschränken, um die Situation dann noch einmal neu zu bewerten. „Wir denken dabei auch an unsere Mitgliedsbetriebe, die trotz Stallpflicht Freilandeier zwölf Wochen lang weiter vermarkten können.“


Laut Verbraucherschutzministerium werden Brandenburgs Bürger gebeten, vermehrte Totfunde von Wildvögeln den jeweils zuständigen Veterinärämtern zu melden. Bislang sei keine Übertragung von H5N8 auf den Menschen bekannt, betonte Minister Ludwig: „Eine Infektion des Menschen mit der Vogelgrippe wurde weltweit nicht nachgewiesen. Eine Übertragung des Virus über infizierte Lebensmittel ist nach Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung zwar theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“, sagte er.


Gleichwohl sollten Verbraucher die Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten beachten. So weist das Verbraucherschutzministerium ausdrücklich darauf hin, dass Geflügelgerichte gründlich durchgegart, rohes Geflügelfleisch getrennt von den übrigen Lebensmitteln aufbewahrt und Küchengeräte gründlich gereinigt werden sollten.

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