Geflügelpest geht weiter um

08.02.2017

© Sabine Rübensaat

Vorrang hat die Sicherung der Bestände.

Ende Januar 2017 ist erneut der Erreger der aviären Influenza vom Subtyp H5N8 in Nutzviehbeständen des Landes nachgewiesen worden. Betroffen waren erstmals Entenmastbetriebe. Entsprechend den Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung mussten rund 30 000 Tiere an zwei Standorten im Landkreis Märkisch-Oderland getötet und unschädlich beseitigt werden.


In den Betrieben waren erhöhte Tierverluste aufgetreten. Die Bestände wurden sofort durch das zuständige Veterinäramt gesperrt und beprobt. Durch das Landeslabor Berlin-Brandenburg wurde das Virus nachgewiesen.


Die Ermittlung der Ursachen für die Infektion der Mastenten wurde nach Information des Verbrauicherschutzministeriums unverzüglich eingeleitet. Das Veterinäramt des Landkreises Märkisch-Oderland wird dabei vom Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes unterstützt. Zusätzlich werden Spezialisten des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut) bei der Suche nach der Eintragsquelle des Erregers in den Tierbestand einbezogen. Bislang liegen noch keine Untersuchungsergebnisse vor. Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig: „Wir gehen allen möglichen Übertragungswegen nach, um festzustellen, wie das Virus in die Ställe gelangte.“


Das Eintragsrisiko der hochpathogenen aviären Influenzaviren vom Subtyp H5N8 in Hausgeflügelbestände ist nach wie vor sehr hoch und eine Entspannung der Situation derzeit nicht in Sicht. „Die landesweite Stallpflicht ist daher weiterhin unbedingt erforderlich“, betonte der Minister. Dar­über hinaus senke die strikte Einhaltung aller Biosicherheitsmaßnahmen das Risiko, den Erreger über kontaminierte Gegenstände oder Personen in den Tier­bestand einzutragen.


In diesem Jahr mussten bereits 50 000 Puten in Zuchtbetrieben in Kyritz, Ostprignitz-Ruppin, und Alt Zauche, Dahme Spreewald, getötet werden, nachdem dort der H5N8-Erreger nachgewiesen worden war. Damit waren nun Nutzviehbestände betroffen. Erstmals wurde Geflügelpest Ende November 2016 bei einer verendeten Möwe im Landkreis Potsdam-Mittelmark nachgewiesen. Bislang geht man davon aus, dass die  für den Menschen ungefährliche Krankheit über Wildvögel, insbesondere Zugvögel, übertragen wird.

 

Ein Brief vom Naturschutzbund


Der Naturschutzbund hält das jedoch für eine „sehr einseitige Erklärung“. In einem Brief an den Verbraucherschutzminister wurde deshalb die Forderung erhoben, detalliert die Handelsbeziehungen zwischen professionellen Geflügelhaltern zu untersuchen. Es gehe darum, mögliche Verbindungen zu Infektionsgebieten oder Betrieben herauszufinden, in denen die Krankheit bereits aufgetreten ist. Dazu Dr. Uwe Krink, Sprecher des Verbraucherschutzministeriums auf Nachfrage der BauernZeitung: „Wir sind dabei, alles, aber auch wirklich alles zu überprüfen. Aber dazu brauchen wir Zeit. Oberste Priorität hat die Sicherung der Tierbestände.“

 

Erneuter Fall im Landkreis


Inzwischen ist der Geflügelpesterreger in einem weiteren Nutzviehbestand im Landkreis Märkisch-Oderland festgestellt worden. Am 6. Februar wurde die hochpathogene Variante von H5N8 in einem Betrieb mit Putenhaltung durch das Landeslabor nachgewiesen und durch das nationale Referenzlabor bestätigt. 22 000 Tiere müssen an diesem Standort getötet  und unschädlich beseitigt werden. Damit erhöht sich die Zahl der betroffenen Puten und Enten landesweit auf 100 000.


Von Geflügelpestausbrüchen sind weitere Bundesländer betroffen (siehe auch Seite 21 im kommenden Heft 6 der BauernZeitung).

 

 

 

Sichern, reinigen, desinfizieren 
Um das Risiko des Erregereintrags in die Geflügelbestände zu minimieren, ist weiterhin auf Folgendes zu achten:
Die Ein- und Ausgänge zu den Ställen sind gegen unbefugten Zutritt zu sichern.
Die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels dürfen nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden.
Die verwendete Schutzkleidung ist nach Verlassen des Stalls unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren oder unschädlich zu beseitigen.
Vorzuhalten ist eine betriebseigene Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zum Desinfizieren der Schuhe.

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