Frühjahrsbestellung

05.04.2018

Rudolf Kupfer

In diesem Jahr starten die Landwirte und Kleingärtner in der Lausitz witterungsbedingt spät in die Frühjahresbestellung. Der fast bis Ende März gefrorene ­Boden und teilweise vernässte Flächen waren bisher unüberwindbare Hindernisse, so auch für die ­Agrargenossenschaft Großrä­schen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. „Das ist zwar noch nicht besorgniserregend, aber in den nächsten Tagen wollen wir Versäumtes aufholen“, erklärt Geschäftsführer Hans-Joachim Kupz. Vorgesehen war, auf einer Fläche von 130 ha Lupinen, Erbsen, Hafer und Gerste zu bestellen. Ständig überprüft der Leiter der Pflanzenproduktion, Günter Kockro, die Befahrbarkeit der Flächen und die Bodentem­peraturen, um den optimalen Zeitpunkt für die Aussaat zu finden. „Keine Frühjahrsbestellung gleicht der vergangenen, aber im Laufe der Jahre haben wir genügend Erfahrungen gesammelt, um mit solchen Bedingungen fertig zu werden.“


Auf einem rund 20 ha großen Schlag des Betriebes in der Dörrwalder Flur ist dieser Tage Traktorist Marco Lache unterwegs. Der  Siebenscharkarrenpflug mit angehängtem Krumenpacker wird von einem 310 PS starken Traktor gezogen. Dadurch werden ein gut gewendeter Boden bei gleichbleibender Furchentiefe  und ein gut abgesetztes Saatbett gesichert. „Im Herbst haben wir hier die Winterfurche nicht mehr geschafft, sodass ich das Pflügen jetzt nachhole.“


Davon haben aber Schwäne Kraniche, Graugänse und andere Vögel profitiert. Sie haben auf diesem abgeernteten Maisschlag ausreichend Winterfutter gefunden. „Damit wurden andere mit Wintersaaten bestellte Flächen vor Fraßschäden bewahrt,“ so der Fachmann. Auf dem frisch bearbeiteten Acker finden Lachmöwen, Stare, Krähen und andere reichlich Nahrung. Seit Jahren nimmt der Möwenbestand in den hiesigen Fluren zu, stellt Marko Lache fest. Die ehemaligen Tagebaue bieten zahlreichen Vögeln einen neuen Lebensraum.

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