Frühjahrsbestellung

12.04.2017

© Rudolf Kupfer

Mit Walze und Schleppe ist Heiko Nicklich von der Agro GmbH Peickwitz bei der Pflege des Grünlandes im Einsatz.

In diesen Tagen läuft in den Betrieben der Landwirtschaft im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz die Frühjahrsbestellung auf Hochtouren. Eine optimale und rechtzeitige Bestellung im Frühjahr ist eine wichtige Voraussetzung für gute Erträge, so der Geschäftsführer der AGROPEI Agrarprodukte Peickwitz GmbH, Thomas Meyer. Auf 50 ha wurden hier bereits Erbsen ausgesät, Mitte April folgen 50 ha Sonnenblumen und danach der Mais.


Für die ordnungsgemäße Aussaat sorgen seit Jahren Dirk Reinfeld und Peter Böhm. Probleme bereiten den Peickwitzern jedoch gegenwärtig die starken Vernässungen auf einigen Flächen. Beim Ausbringen von Mineraldünger in der Flur von Großkoschen versackte ein Streuer und musste von vier PS-starken Traktoren herausgezogen werden. Deshalb wurden diese Arbeiten unterbrochen.


Ein Schwerpunkt in diesem Betrieb ist gegenwärtig weiterhin die Pflege des Grünlandes. 700 ha müssen immerhin auf 170 ver­schiedenen Schlägen bearbeitet werden. Hier ist Heiko Nicklich mit einer 6,5 m breiten Schleppe und Walze im Einsatz. An diesem Gerät befindet sich außerdem eine Säeinrichtung. Grassamen nachzusäen ist in diesem Jahr notwendig, um die vom Schwarzwild angerichteten Schäden zu beseitigen. An Vorgaben, dass Grünlandumbruch genehmigungspflichtig ist, halten sich die Schwarzkittel natürlich nicht. Trotz guter Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern sind die Schäden groß und müssen entsprechend behoben werden. Erneut werden die Peickwitzer 20 km lange und 6 m breite Blühstreifen in den Maisbeständen anlegen. Das ist eine Fläche von immerhin zwölf Hektar.


In jedem Frühjahr ist die Agrargenossenschaft in Großräschen als Saatgutvermehrer von Lupinen, Erbsen und Sommertriticale gefordert. In den letzten Wochen wurden 180 t zertifiziertes Saatgut ausgeliefert. Der Absatz hat 2017 bestens geklappt, so der Verantwortliche für die Direktvermarktung und Saatgutaufbereitung, Andreas Thoran. In den zurückliegenden Jahren wurden die Großräschener mehrmals für ihre gute Arbeit auf diesem Gebiet auf Landesebene ausgezeichnet. Gesundes Saat- und Pflanzgut ist ein wichtiger Ertragsbildner, so die Erfahrungen von Andreas Thoran. „Da unser Betrieb selbst keine Speisekartoffeln vermehrt, wird das gesamte Pflanzgut hier zugekauft,“ so der Fachmann. Die Anbauflächen bei Speisekartoffeln, Speisemöhren, Sonnenblumen, Getreide und anderen Kulturen sind auf den Bedarf des Hofladens und die Partner im Saatguthandel ausgerichtet.


Seit Jahren werden im Hofladen der Agrargenossenschaft Frauendorf die ersten Speisefrühkartoffeln in der Region aus eigenem Anbau angeboten. „Frühe Ernten im Juni sind nur möglich, wenn die Knollen im März in den Boden kommen“, so der Verantwortliche Detlef Götze aus Frauwalde. Erste Versuche Ende März, die Kartoffeln in den Boden zu legen, mussten aufgrund der zu nassen Böden immer wieder abgebrochen werden. Mit einer neuen keimschonenden Legemaschine gelang es aber am 31. März,  die Frühen in den Boden zu bringen. Bis zu einer guten Ernte ist noch ein langer Weg, aber der Start konnte endlich vollzogen werden, so der Landwirt.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr