Frühjahrsbestellung: Früher Start auf trockenen Böden

27.03.2014

© Johann Müller

Frühjahrsbestellung begann aufgrund der warmen Witterung deutlich früher als sonst.

Beate Stuht, Agrar GmbH Grüneberg, Oberhavel:

Wir sind am 10. März in die Frühjahrsbestellung gestartet, also gute zwei bis drei Wochen früher als in unserem Ökobetrieb üblich. Das entspannt natürlich die anschließenden Arbeitsabläufe etwas. Doch abgeschlossen ist damit das Kapitel noch längst nicht. Wir haben zwar auf zirka 300 Hektar inzwischen Dünger und Kalk gestreut sowie Stalldung eingearbeitet. Aber für die Wiesenpflege, also das Walzen und Schleppen, war es noch zu früh. Viele Flächen von unseren 281 ha Mähweiden können noch nicht befahren werden. Im Unterschied dazu sind die Ackerstandorte, meist leichte sandige Böden mit einer durchschnittlichen Wertzahl von 21, sehr trocken.

In den letzten Tagen hat es zwar Niederschläge gegeben, fünf bis sechs Liter pro Quadratmeter. Aber das reicht nicht, um die Wasservorräte im Boden aufzufüllen. Der Regen in den ersten Wochen dieses Jahres machte gerade mal die Hälfte von dem aus, was sonst in diesem Zeitraum herunterkommt. Mit Pflügearbeiten halten wir uns auch noch zurück. Vorbereitet sind lediglich die Flächen für Lupinen, die wir auf 45 ha anbauen. Die Bodentemperaturen lassen weitere Bestellarbeiten noch nicht zu. Schon gar nicht für das Maislegen. Mit dem beginnen wir keinesfalls vor Mitte Mai. Die Winterkulturen – wir bauen auf 266 Hektar Getreide an –  haben sich bislang gut entwickelt. In den nächsten Tagen geht es wieder auf Bestandesvisite.

Thomas Huhn, Landwirtschaftsbetrieb Huhn GbR, Lenzke, Ostprignitz-Ruppin:

Wir haben schon in der zweiten Februarhälfte damit beginnen können, Dünger zu streuen. Anfang März hatten wir die Frühjahrsbestellung mit Ausnahme des Maisanbaus bereits hinter uns. Damit hat unser Betrieb, der auf 420 Hektar Vermehrungsanbau von insgesamt 948 ha betreibt, in diesem Jahr einen ordentlichen Vorlauf. Die Bestände haben sich gut entwickelt, und das betrifft nicht nur Weizen, Gerste und Triticale, sondern auch die Erbse. Die bauen wir auf 108 Hektar an. Die Aussaat erfolgte vom 3. bis 5. März, nach zwei Wochen erfolgte schon der Feldaufgang.

Interessanterweise haben wir diese Kultur auch im Vorjahr fast zeitgleich säen können, insofern sind wir dieses Jahr damit gar nicht mal so früh gestartet. Allerdings kam 2013 Ende März noch einmal der Winter zurück, was dieses Jahr hoffentlich so nicht eintritt. Sorgen machen wir uns zurzeit weniger um Nachtfröste. Mit denen haben wir schon seit acht bis zehn Tagen nicht mehr zu tun, was zu einer kontinuierlichen Bodenerwärmung und damit zu einem Wachstumsschub geführt hat. Problematisch könnte es allerdings mit den Wasservorräten im Boden werden, denn da gibt es eindeutig ein Defizit. Im März fielen bisher nur acht Millimeter Regen. Das ist deutlich unter dem Durchschnitt, zumal durch Wind und Verdunstung noch weniger bei den Pflanzen ankam.

Mit der Grünlandpflege sind wir auf dem Laufenden. Die Flächen wurden einmal komplett abgeschleppt und die Grunddüngung vorgenommen sowie die erste Stickstoffgabe ausgebracht. Eine Premiere für uns ist der Anbau von Wintererbsen, den wir im Herbst vergangenen Jahres mit ins Programm genommen haben. Bislang lief alles wunschgemäß. Positive Effekte erhoffen wir uns nicht nur für die Fruchtfolge, sondern auch für die Arbeitsabläufe.   

Albert Ehring, Schradenhof GmbH Gröden, Elbe-Elster:

Bei uns hieß es im vergangenen Jahr Land unter. Das Grünland, Ernährungsgrundlage für unsere Mutterkühe, stand im Sommer komplett unter Wasser.

Mit den Folgen haben wir jetzt immer noch zu tun. Rund 70 Hektar sind immer noch nicht befahrbar geschweige denn zu pflegen. Die können wir später bestenfalls zum Beweiden nutzen, Beräumen und Mähen dürfte schwierig werden. Die höher gelegenen Flächen sind zum Glück in gutem Zustand. Wir konnten sie im Herbst in Ordnung bringen. Walzen und Schleppen kam hier jetzt nicht infrage, weil wir im Naturschutzgebiet wirtschaften und uns an festgelegte Zeiten halten müssen. Die frühen Termine für Pflegearbeiten konnten wir nicht nutzen, weil dafür die Wiesen noch zu nass waren. Also können wir erst wieder im Mai oder im Herbst auf die Flächen.  Ich bin dennoch alles andere als unzufrieden, wenn ich die aktuelle Situation mit der im Vorjahr vergleiche. Dank der unbürokratischen, schnellen Hilfe durch die EU und das Land konnten wir die Futterversorgung für unsere Tiere absichern, mussten nur einen Teil der Herde verkaufen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die ­Probleme in diesem Jahr meistern können – wenn uns nicht wieder ein Hochwasser heimsucht.

Cornelia Brinkmann, Märkische Agrargenossenschaft eG Mittenwalde, Dahme-Spreewald:

Das war schon rekordverdächtig:  Mitte Februar haben wir auf zwölf Hektar Triticale für die Vermehrung gedrillt. Das hatten wir im Herbst nicht mehr geschafft, weil die Böden zu feucht waren. Dass wir dann  solch ein trockenes Frühjahr bekommen werden, war da nicht abzusehen. Dafür hat sich jetzt die Situation entspannt, wir haben unsere Flächen mit Grunddünger versorgt und mit Raps, Weizen, Roggen und Hafer, aber auch Erbsen und Lupinen bestellt. Das Grünland hat seine erste Stickstoffgabe erhalten. Mit diesen Arbeiten konnten wir im Vorjahr erst in der zweiten Aprilwoche beginnen. Insofern ist jetzt bei uns Entspannung angesagt.

Leider gibt es auf den leichten Standorten beim Roggen und anderen Kulturen schon erste Verbräunungen als Zeichen für Trockenstress. Nächste Woche wollen wir damit beginnen, Kartoffeln zu legen. Die bringen uns hoffentlich bessere Erträge und Qualitäten als im Vorjahr, wenngleich die Preise dann doch ganz gut waren. Eine Premiere für uns ist der Anbau von Zwiebeln. Die haben wir Mitte März auf zehn Hektar gedrillt. Wir denken, dass sie ebenso gut in unsere Direktvermarktung passen wie die Kartoffeln.

Gerhard Rösch, Agrargesellschaft Proschim, Spree-Neiße:

Wir wirtschaften in der Lausitzer Bergbauregion, bei rund einem Drittel unserer Flächen handelt es sich um sogenannte Kippenböden. Diese haben naturgemäß ein geringeres Wasserspeichervermögen als gewachsene Böden. Deshalb macht uns der niederschlagsarme Winter besonders zu schaffen. Im Moment lässt sich aber noch keine sichere Aussage treffen, wie Winterroggen und -gerste, aber auch der Weizen den Trockenstress bisher verkraftet haben.  Auf jeden Fall sind Niederschläge jetzt  dringend nötig. Bisher haben wir auf 20 Hektar Gras gedrillt, in den nächsten Tagen ist die Lupine auf 60 ha an der Reihe.

Zu unseren Frühjahrsarbeiten gehört auch das Striegeln der mit Ackergras und Luzerne bestellten Flächen. Das ist bereits auf insgesamt 800 Hektar geschehen. So um den zwölften April herum werden wir damit beginnen, den Mais zu legen. Zweifellos ein früher Zeitpunkt und mit Risiken verbunden, wenn es nochmal Nachtfröste geben sollte. Aber in den vergangenen Jahren haben wir immer zu dieser Zeit mit dem Legen begonnen und damit gute Erfahrungen gemacht. Denn der Mais ist nun mal unsere wichtigste Sommerfrucht auf 500 Hektar und die will arbeitsorganisatorisch deshalb gut eingetaktet sein.

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