Festveranstaltung

21.11.2012

 

 

Vor 20 Jahren fanden in Brandenburg erstmals die Prüfungen im Agrarbereich nach bundesdeutschem Recht statt. Damit gab es keine prozessbegleitende Bewertung der Leistungen  mehr. Es zählte nur noch die Leistung, die am Prüfungstag vor dem dafür berufenen Ausschuss erbracht wurde. Noten aus der Berufsschule gingen nicht in die Abschlussprüfungs­leis­tungen ein. Vielmehr gab es eine gesonderte theoretische Prüfung, die auf dem Stoff von drei Jahren basierte. Das hatte Konsequenzen nicht nur für die künftigen Facharbeiter.


„Wir hatten ein knappes Jahr Zeit, dieses Prüfungswesen aufzubauen und die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Parallel dazu galt es aber noch alle Prüfungen nach DDR-Recht zu realisieren“, erinnerte sich Dr. Ramona Rügen. 


Herausforderungen damals wie heute

 

Die Referatsleiterin Berufliche Bildung im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung schilderte auf sehr persönliche Weise, wie sich das Prüfungswesen in den zwei Jahrzehnten entwickelte. Schließlich war sie von Anfang an dabei.

Zur beeindruckenden Bilanz (siehe Übersicht) gehört, dass heute über 700 Personen als Prüfer ehrenamtlich im Bereich der Aus- und Fortbildung in Brandenburg tätig sind. Auf der Festveranstaltung zum Jubiläum in Frankfurt (Oder) konnte Dirk Ilgenstein, Präsident des Landesamtes, viele von ihnen begrüßen. „Ohne Ihr ehrenamtliches Engagement würde berufliche Bildung nicht funktionieren. Sie haben sehr viel Zeit und Kraft investiert, dafür ein herzliches Dankeschön!“ Die Herausforderungen an die berufliche Bildung blieben aber weiterhin immens, so Ilgenstein. Diese stehe in einem harten Wettbewerb, bedingt durch die demografische Entwicklung. 


Angesichts steigender Ansprüche an das Prüfungsgeschehen und immer anspruchsvollere Ausbildungsordnungen steht die Sicherung qualifizierter Fachkräfte an oberster Stelle. „Wir unterstützen Sie dabei“, versicherte Jörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft. Als außerordentlich wichtig bezeichnete er die Gewinnung von motiviertem Nachwuchs durch das Projekt LANDaktiv und die Zusammenarbeit in Ausbildungsnetzwerken. Obwohl rückläufige Haushaltsmittel nicht nur für die künftige Agrarförderung zu erwarten seien, würden EU- und Bundesförderprogramme vollständig kofinanziert, darunter auch die ELER-Förderung. „Für die Entwicklung unseres Landes sind aber, unabhängig von den finanziellen Rahmenbedingungen, auch gut ausgebildete Menschen unverzichtbar.“ 


Bei Wind und Wetter auf dem Feld


Eindringliche Worte fand auf der Festveranstaltung Siegfried Jahns aus dem uckermärkischen Klockow. Der langjährige Berufsschullehrer war nach der Wende im Oberstufenzentrum Prenzlau und im Prüfungsausschuss der Uckermark tätig.  Bei „echtem Sauwetter“ wie auch bei 35 Grad Hitze auf dem Feld zu stehen sei gewiss nicht einfach gewesen. „Dafür konnte ich mich dann  umso mehr über gute und sehr gute Ergebnisse der Prüflinge freuen“, so Jahns.  Ehemaligen Azubis dann als gestandenen Betriebsleiter oder Geschäftsführer wieder zu begegnen sei ebenfalls bewegend. „Da zeigt sich, dass sich unser Einsatz gelohnt hat.“        

 

Zahlen und Fakten


Von den rund 24.300 Teilnehmern an Abschlussprüfungen in den grünen Berufen haben 17 239 diese in den vergangenen 20 Jahren erfolgreich bestanden.

Zum Meister konnten sich in diesem Zeitraum insgesamt 1.146 Frauen und Männer qualifizieren, weitere 542 absolvierten andere Fortbildungsprüfungen.

Von den 1.122 Teilnehmern an berufs- und arbeitspädagogischen Prüfungen bestanden rund 96 % diese mit Erfolg.

 

Wolfgang Herklotz 

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