Feldvisite vor dem Drusch

29.06.2017

© Johannes Funke

Feldtermin bei Wachow: Friedrich Schmidt (l.) und Dirk Peters begutachten die Gerste.

Im Havelland stehen die Betriebe kurz vor der Getreideernte. Nach derzeitigem Stand rechnen die Bauern mit einem Erntebeginn bei der Gerste in der ersten Juliwoche. Davon überzeugten sich Friedrich Schmidt, Genossenschaft Wachower Landwirte e.G., und Dirk Peters, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Havelland e.V., bei einem Feldtermin Ende Juni bei Wachow in der Nähe von Nauen. Nach Einschätzung der beiden Ackerbaufachleute haben sich die Getreidebestände insgesamt gut entwickelt. Allerdings darf der Regen der letzten beiden Wochen nicht über die Gesamtsituation bei den Niederschlägen hinwegtäuschen. Winter und Frühling waren viel zu trocken, so die einhellige Meinung. Bei gutem Ernteverlauf sei mit einer durchschnittlichen Erntemenge zu rechnen. Geradezu frustrierend sei jedoch die Preisentwicklung beim Getreide. „Vor zwei Jahren lagen die Erlöse zum Beispiel für B-Weizen um gut 25 Prozent höher“, stellt Peters fest. 

 

Sorgenkind des Ackerbaus bleibt der Raps. „Durch den Wegfall der insektiziden Beize hat sich der Zustand der Rapspflanzen schon das zweite Jahr in Folge verschlechtert“, erklärt Schmidt. Behandlungen mit alternativen Pflanzenschutzmitteln erreichten nicht die Wirksamkeit und seien auch von den Kosten her kaum mehr zu rechtfertigen. Ob der Betrieb in Zukunft noch Raps anbauen werde, sei daher keineswegs sicher. Das bestätigt auch Peters. „Es macht sich eine gewisse Ratlosigkeit breit bei der Frage, welche Kulturen im nächsten Jahr angebaut werden könnten.“

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