EU-Agrarantrag

01.04.2016

© Sabine Rübensaat

CD? Das war einmal. In diesem Jahr geht ohne Online-Verbindung eigentlich nichts mehr. 3000er-DSL ist Minimum.

Beim Stellen des diesjährigen EU-Agrarantrags gibt es wirklich allerhand Neuerungen, aber eine Bedingung bleibt unverändert: Mitte Mai muss das „Werk“ beim zuständigen Kreislandwirtschaftsamt vorliegen. Als verbindliches Einreichedatum wurde allerdings für dieses Jahr der 17. Mai festgelegt, da der bisher übliche 15. Mai auf den Pfingstsonntag fällt. Und da arbeitet nicht einmal das ansonsten so fleißige Landwirtschaftsamt …


Darüber hinaus ist zu beachten, dass der reine Papierantrag als abgeschafft gilt. Stattdessen ist der Antrag elektronisch einzureichen. Lediglich für Flächen, die außerhalb Brandenburgs liegen, werden Papiernachweise erwartet, da die Antragssoftware diese nicht mit abbildet. Für eine halbwegs störungsfreie Arbeit in der Antragssoftware wird ein 3000er-DSL-Anschluss empfohlen. Für diejenigen Berufskollegen, die solch leistungsfähige Technik nicht besitzen, bieten manche Landwirtschaftsämter auch Computerzeiten in öffentlichen Schulungszentren an, während derer die Anträge nach guter Vorbereitung ausgefüllt werden können.

 

Ruhiger „Zeichenstift“ gefragt


Neu in diesem Jahr ist auch, dass grundsätzlich alle zu beantragenden Flächen in der Antragssoftware eingezeichnet werden müssen und einzig und allein deren Flächeninhalt maßgebend für die Antragsfläche ist. Die bisher übliche achtprozentige Toleranz zwischen Flächenwert und numerischem Wert entfällt damit. Somit ist beim Einzeichnen der einzelnen Antragsflächen eine ruhige Hand und höchste Genauigkeit erforderlich. Um den Landwirten die Arbeit etwas leichter zu machen, haben die Amtselektroniker ein paar neue Funktionen in die Antragssoftware eingebaut:
■ Anpassung an den Nachbarn. Diese Funktion ist standardmäßig ausgeschaltet, kann aber bei Aktivierung helfen, die Zeichnung an unstrittige Grenzziehungen mit dem Nachbarbetrieb anzupassen.
■ Anzeige Nachbarschläge. Um Überschneidungen zu vermeiden, können die bereits eingezeichneten Nachbarschläge angezeigt werden.
■ Streifenwerkzeug. Für diejenigen, die beispielsweise für das Greening einen Feldrandstreifen angelegt haben, ist dieses Werkzeug gedacht. Mit seiner Hilfe lässt sich in der Karte ein grenzparalleler Randstreifen erzeugen. Lediglich dessen Breite ist in ein entsprechendes Eingabefeld einzutragen, die Zeichnung erfolgt automatisch.
■ Abschneidewerkzeug. Soll ein einzuzeichnendes Feld an einer Grenze sauber abgeschnitten werden, muss lediglich der Zielwert eingegeben und die abzuschneidende Seite markiert werden.


Letztlich verweisen die Ämter darauf, dass in der Online-Version des Agrarantrags aktuellere Luftbilder hinterlegt sind als auf der Antrags-CD. In einem besonderen Ansichtsmodus der Antragssoftware sind außerdem die Flurstücksgrenzen hinterlegt (Ansicht nicht parallel mit Luftbildern!). Aus gegebenem Anlass weisen die Ämter jedoch noch einmal dar­auf hin, dass die Flurstücke nur in dem Fall maßgebend für die Antragstellung sind, da sie auch in der Praxis genau eingehalten werden. Ansonsten ist die jeweilige reale Nutzung für die Beurteilung einer Teilfläche entscheidend.

 

Möglichkeit der Einsichtnahme nutzen


Ist der Antrag zusammengestellt, so ist es ratsam, ihn nicht gleich rechtswirksam abzuschicken, sondern die Funktion „Einsichtnahme Amt“ zu nutzen. Faktisch auf Knopfdruck wird der Datensatz ans zuständige Landwirtschaftsamt versandt, das innerhalb kürzester Fristen (begleitende Kontaktaufnahme empfiehlt sich natürlich!) eine erste Plausibilitätsprüfung vornimmt, Unstimmigkeiten feststellt oder weiteren Handlungsbedarf markiert. Eine Garantie für fehlerfreie Antragstellung ist dies freilich nicht, besser als ein Arbeiten ohne Unterstützung jedoch allemal.


Eine weitere Neuerung greift nach Abschluss der Antragstellung. Erstmals gibt es eine offizielle Nachfrist, innerhalb derer vom Amt festgestellte Unstimmigkeiten sanktionsfrei beseitigt werden können. Werden beispielsweise Überlappungen der Antragsflächen mehrerer Betriebe festgestellt, erhält der Landwirt ab 6. Juni ein Schreiben vom Amt. Ab 13. Juni hat er dann über die Antragsseite im Internet die Möglichkeit, Korrekturen vorzunehmen. Letzter Termin dazu ist voraussichtlich der 21. Juni. Wichtig zu beachten: Es geht bei diesen letzten Korrekturen nur darum, Unstimmigkeiten zu beseitigen. Das Hinzufügen neuer Flächen oder andere grundlegende Änderungen sind nicht vorgesehen!


Die Neueinrichter müssen 2016 beachten, dass der Einstieg in die Kleinerzeugerregelung nicht möglich sein wird. Zuweisungen von Zahlungsansprüchen (ZA) aus der nationalen Reserve sind 2016 nur für Neueinsteiger und Junglandwirte möglich. Antragsteller, die 2015 ZA erhalten haben, können 2016 keine weiteren erhalten. Der Handel mit ZA startet am 1. April 2016.

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