Ernteausfälle durch Extremniederschläge

07.08.2017

© Wolfgang Herklotz

Unter Wasser: Maisschlag bei Fehrbellin, Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Angesichts extremer Wetterlagen in jüngster Zeit prüft die Brandenburger Landesregierung intensiv Möglichkeiten, betroffenen Landwirten zu helfen. Darauf verständigte sich das Kabinett am 1. August in Potsdam. Zuvor hatte Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde über Ergebnisse einer Beratung mit Landwirten im Landkreis Ostprignitz-Ruppin informiert.



Nach langanhaltendem Dauerregen insbesondere im Nordosten Brandenburgs stehen viele Landwirtschaftsflächen unter Wasser. Die Ernte wird sich vielerorts verzögern. Auf einigen landwirtschaftlichen Nutzflächen droht sogar ein Totalausfall, weil diese und insbesondere auch Grünland extrem unter Wasser stehen. Ministerpräsident Dietmar Woidke betonte: „Uns ist bewusst, wie kompliziert die Situation vor Ort ist. Die Landesregierung wird die Landwirte nicht allein lassen. Um ihnen zu helfen, werden wir alle zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten nutzen."



Schilde: „Es kommt jetzt darauf an, das Wasser schnell von den Landwirtschaftsflächen zu bekommen, um zumindest einen Teil der Ernte zu retten." Auch wenn für die Landwirte gegenwärtig die Ernte im Vordergrund steht, müssen die Schäden gemeinsam mit den Landwirtschaftsämtern schnell erfasst und dokumentiert werden. Brandenburgs Agrarministerium wird dafür kurzfristig ein einfaches Formblatt zur Verfügung stellen. Schilde: „Nur auf Grundlage einer genauen Dokumentation können wir gemeinsam mit dem Bund und anderen betroffenen Ländern erörtern, wie Landwirten geholfen werden kann. Dieses Verfahren wurde in vergleichbarer Weise auch für die Frostschäden im Obstbau angewandt."



Wie die Staatssekretärin weiter betonte, sind  Hilfsprogramme in der Regel an bestimmte Voraussetzungen gebunden. So muss bei Missernten nachgewiesen werden, dass mehr als 30 Prozent des durchschnittlichen Ertrags der vergangenen drei Jahre ausgefallen sind. Zudem wird geprüft, ob vom Landwirt selbst hinreichend Vorsorge etwa durch den Abschluss geeigneter Versicherungen getroffen wurde. 


Auch zu den Greening- und KULAP-Verpflichtungen, die Landwirte nicht erbringen können, weil Flächen nicht bewirtschaftet und nicht befahren werden können, müssen kurzfristig EU-konforme Regelungen getroffen werden.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr