Ernte 2016

25.08.2016

© Sebastian Scholze, LBV

Gesprächspartner beim Presse­gespräch waren Staatssekretärin Carolin Schilde (M.), LBV-Präsident Henrik Wendorff (l.) und Jörg Puhlmann. 

Kurz vor dem Ende der Getreideernte in Brandenburg sind die Landwirte alles andere als zufrieden. Zwar liegen Ertrag und geerntete Mengen nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Doch ein deutlicher Einbruch beim Raps und vor allem die nochmals gesunkenen Erzeugerpreise führen zu dieser Bilanz. Betrachtet man nur die vier anbaustärksten Druschkulturen, haben Brandenburgs Bauern insgesamt 111 Mio. € weniger einnehmen können als 2015. Im Vorjahr lagen die Er­zeugerpreise noch um 10 bis 15 % höher. „Dieser erneute Preisverfall macht die harte Arbeit unserer Bauern nachträglich ein Stück weit zunichte“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Henrik Wendorff, auf der Pressekonferenz zum Ernteabschluss in Beerfelde, Landkreis Oder-Spree. „Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, sind ohne Zweifel Existenzen ernsthaft bedroht.“


Schlüsselt man die einzelnen Kulturen nach Verlusten auf, steuern Weizen (-35 Mio. €) und Gerste (-22 Mio. €) ihren Teil zur negativen Bilanz bei. Beim Roggen, der größten Anbaukultur, sind die Verluste im Vergleich zum Vorjahr mit rund 8 Mio. € am geringsten. Weil die Rapsernte 2016 in Brandenburg insgesamt katastrophal ausfiel, ist auch das Defizit mit 46 Mio. € hier am größten. Die Erträge brachen um 25 % ein: Die Bauern ernteten fast eine Tonne pro Hektar weniger als zuletzt. So kamen insgesamt nur 356 000 t zusammen, 107 000 t weniger als 2015. Die Ursachen für diesen Ertragseinbruch sind vielfältig. Zum einen trägt der Befall mit Rapserdfloh und Kohlfliege bereits im Herbst 2015 dazu bei, aber vor allem die ausgebliebenen Frühjahrsniederschläge.
Im Ökolandbau liegen ebenso die Getreideerträge deutlich unter Vorjahresniveau. Besonders die Erträge vom Winterroggen fallen deutlich geringer aus als in den Vorjahren und rutschen erstmals unter zwei Tonnen im Landesdurchschnitt. Neben der Witterung behindern Spätverunkrautung und Durchwuchs den Erntefortschritt im Ökolandbau.


In den nächsten Tagen neigt sich die Getreideernte dem Ende entgegen. Etwa ein Fünftel – etwa 90 000 ha – steht noch auf dem Halm. Eigentlich sollte die Ernte schon abgeschlossen sein, aber Regen und die kalte Witterung der letzten Wochen haben den Drusch immer wieder behindert, und so liegen die Erntearbeiten gut sechs bis zehn Tage hinter dem Zeitplan. „Wir brauchen jetzt noch drei, vier gute Druschtage mit Sonne, dann sollte unsere Ernte weitgehend eingefahren sein“, sagte Henrik Wendorff.

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