Erdbeerernte hat begonnen

11.06.2015

© Sabine Rübensaat

Erdbeere - Königin des Beerenobstes.

Auf Einladung des Landesverbands Gartenbau Berlin-Brandenburg wird alljährlich mit dem Beginn der Erdbeerernte die regionale Freilandsaison beim Obst gestartet. Bis in den Herbst folgen nun wieder die einzelnen Saisoneröffnungen – vor allem, um die Berliner und Brandenburger in die Hofläden und zur Selbstpflücke in die Betriebe zu locken. Am 4. Juni  eröffnete Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger in Blumberg bei Ahrensfelde im Obstbaubetrieb Pomona im Landkreis Barnim  die diesjährige Saison.
Ein milder Winter und warme Temperaturen haben die Erdbeeren reifen lassen. Bis 2012 war beim Erdbeeranbau in Brandenburg ein Flächenrückgang zu verzeichnen. Seit 2013 gibt es wieder Flächenzuwachs, was vor allem auf die Nachfrage nach regionalen Produkten zurückgeführt wird.  Aktuell liegt die Anbaufläche im Land bei rund 460 Hektar.

 

Eigentlich eine Nuss


Die Gartenerdbeere („Fragaria x  ananassa“; botanisch: Nüsschen, Sammelnussfrucht) ist schon allein wegen der großen Nachfrage die Königin der Beerenobstarten. Bereits in der Antike priesen römische Dichter deren Qualität. In der sensiblen roten Frucht stecken viele gesunde Inhaltsstoffe. Da Erdbeeren kaum Kalorien haben, kann man sie ganz unbeschwert genießen. Der Vitamin-C-Gehalt liegt mit 60 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch höher als  bei Zitronen und Orangen. Außerdem enthalten die roten Früchte wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen.


Im Mittelalter wurde die Walderdbeere auf großen Flächen kultiviert. Erst mit der Entdeckung der Neuen Welt fand man in Südamerika Erdbeeren mit größeren Früchten – die Scharlacherdbeeren. Walderdbeeren wurden verdrängt – ab 1820 gab es bereits 70 Kultursorten. Mittlerweile sind es über tausend Sorten. Direkte Vorfahren der heute marktgängigen Erdbeeren sind eine Kreuzung der relativ kleinen amerikanischen Scharlacherdbeere mit der großfruchtigen „Schönen aus Chile“. 1840 begann man in der Nähe von Baden-Baden mit dem erwerbsmäßigen Anbau.

 

Saftfest im Herbst


Die Pomona Gartenbau wurde am 31. März 1960 als LPG Typ 1 „Pomona“ Blumberg-Elisenau für die Frischmarktversorgung von Berlin gegründet. Bis 1990 wurden jährlich über 500 Hektar Obst und Gemüse angebaut. Ab 1990 führten die Familien Lange und Zaspel den Obstbau weiter. 2011 begann Pomona unter dem neuen Geschäftsführer Reiner Matthes die Zusammenführung der Obstbauanlagen. Reiner Matthes stammt aus einer über Jahrhunderte in Blumberg ansässigen Bauernfamilie, die 1953 nach Westdeutschland übersiedelte, wo sie wieder in der Landwirtschaft tätig wurde. Nach der Wende haben die Brüder Reiner und Herbert Matthes die Landwirtschaft ihrer Eltern und Großeltern wieder eingerichtet. Heute bewirtschaftet die Familie mit 42 Festangestellten und neun Saisonkräften sowie drei Azubis insgesamt 5 000 Hektar, davon 35 Hektar Sonderkulturen, zu denen auch die Erdbeeren gehören. Die Früchte werden komplett in der Selbstpflücke vermarktet. Marmeladen und Säfte werden selbst hergestellt oder direkt auf der Plantage verkauft. Der Hofladen und das Ausliefergeschäft an Großverbraucher wird von der BOG Fruchthandel GmbH betrieben.


Der Obstbaubetrieb Pomona gehört zu den zahlreichen Gastgebern der Brandenburger Landpartie am zweiten Juniwochenende und richtet alljährlich im Herbst ein Saftfest aus.

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