Eine Börse für den Bienenfleiss

11.10.2017

© Wolfgang Herklotz

Hobby-Imker Ronald Wenzel aus Falkenhagen im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree hat eine Internet-Plattform entwickelt. Sie soll Imker und Landwirte zusammenbringen, um den lokalen Bedarf von Bestäubern für die Trachten zu decken. „Die Anzahl der natürlichen Bestäuber ist in den letzten Jahren leider deutlich gesunken. Dabei kann mit deren Unterstützung je nach Tracht der Ertrag von Feldkulturen bis zu 50 Prozent gesteigert werden, wie eine Studie der Universität Göttingen belegt“, betont Ronald Wenzel. Aber auch der Imker profitiert von höheren Erträgen. Dieser Zusammenhang soll mithilfe der Internetseite www.Bienenwanderung.de wieder deutlicher ins Bewusstsein gerückt werden.

 

Landwirte, die sich auf dieser Seite kostenlos anmelden, haben die Möglichkeit, hier ihre Anbauflächen zu hinterlegen.  Für jede Saison können Bestäubungsgesuche abgegeben werden, um Imker für bestimmte Trachten zu gewinnen. Diese reichen von Winter- und Sommerraps über Sonnenblumen, Phacelia, Luzerne und Rotklee bis zu Ackerbohne und Buchweizen. Natürlich stehen auch Apfel und Kirsche obenan. Für jede Saison können Bestäubungsgesuche angegeben werden, um Imker für bestimmte Trachten zu gewinnen. Ein spezielles Konto auf der Internetseite macht es möglich, ein sogenanntes Feldmanagement zu betreiben, Anfragen zu stellen und Nachrichten auszutauschen, erläutert Ronald Wenzel. 

 

„Jedes Feld braucht eine Geo-Koordinate, um später Bestäubungsanfragen auf der Karte anzuzeigen. Für die Eingabe dieser Koordinaten stehen verschiedene Hilfsfunktionen zur Verfügung.“

 

Das Ausschreiben von Bestäubungsleistungen kann jährlich erfolgen. Für das Beantragen der Bienenwanderung gibt es zeitliche Vorgaben. In Brandenburg muss dies bis Ende März geschehen. Für den Landwirt, der nach der Ernte die Kulturpflanzen für das nächste Jahr plant, stehen somit mehrere Monate über den Winter zur Verfügung, um die gewünschten Bestäubungsleistungen anzumelden. Diese werden auf der Karte als Pins angezeigt. „Alle offenen Fragen können direkt mit dem Imker über eine integrierte Chat-Funktion geklärt werden.“ Durch die Anzeige der Bienenbestände soll es mittelfristig auch dem lokalen Wanderobmann möglich sein, Überschneidungen und natürliche Abdeckungen durch Heimatbestände besser abschätzen zu können, betont Wenzel. Nicht zuletzt werden über die Internetplattform wichtige Informationen über die Bienenwanderung, insbesondere über erzielte Bestäubungsleistungen und Ertragssteigerungen vermittelt. Zugleich trägt die Datenerhebung aber auch dazu bei, die Forschung an Universitäten zu unterstützen, versichert Imker Wenzel.                 

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