Dorf- und Erntefest in Neuzelle

18.09.2018

© Wolfgang Herklotz

Den Festumzug hatten die rund 750 Akteure mit viel Begeisterung vorbereitet.

Die Situation für Brandenburgs Landwirtschaft ist in diesem Jahr besonders schwierig. Die lange Trockenheit sorgte dafür, dass deutlich weniger Getreide, Mais und Ölfrüchte, aber auch Futter geerntet werden konnte. Dies symbolisierte eine mit schwarzen Schleifen versehene, nur zur Hälfte gebundene Erntekrone, die in Neuzelle zu sehen war.

 

Laut Landesbauernverbandspräsident Henrik Wendorff war 2018 eines der schwierigsten Jahre seit der Wende. „Die Auswirkungen werden wir noch im nächsten Jahr spüren.“ Dennoch wurde auf dem Dorf- und Erntefest der traditionelle Abschluss einer sehr arbeitsreichen Saison ausgiebig gefeiert, zumal das von Zisterziensermönchen gegründete Kloster im Ort seinen 750. Jahrestag beging. Außerdem steht die Landesregierung fest an der Seite der Landwirte, wie  Ministerpräsident Dietmar Woidke bei der Eröffnung betonte. „Wir werden alles tun, um Schäden auszugleichen und Arbeitsplätze zu sichern.“ Landwirte, die Futtermittel zukaufen mussten, können noch in diesem Jahr Soforthilfe beantragen. Woidke erinnerte an den engagierten Einsatz der Feuerwehrleute beim Großbrand vor wenigen Wochen bei Treuenbrietzen.  „Es ist der Gemeinsinn, der unser Land so stark macht!“ Kurz darauf setzte sich der Festumzug in Bewegung, den die rund 750 Beteiligten mit viel Herzblut  und Akribie vorbereitet hatten. Sie gaben Einblicke in die wechselhafte Geschichte, präsentierten altes Brauchtum und Handwerk ebenso wie moderne, PS-starke Erntetechnik der ortsansässigen Agrargenossenschaft. Diese wartete mit einem eigenen Festbereich auf, lud zum Mitfahren wie zum Wettmelken ein. 

 

Weitere Höhepunkte des Erntefestes, das rund 20.000 Besucher anzog, waren die Krönung der neuen Erntekönigin und die Auswertung des Wettbewerbes um die schönste Erntekrone. Letztere stellten die Landfrauen aus Falkenberg, Landkreis Oder-Spree. Auf den Plätzen zwei und drei folgten das Team „Wir Buchholzer“, ebenfalls Oder-Spree, und die Luckaitztaler Landfrauen, Oberspreewald-Lausitz. Einen Wissenstest hatten die drei Bewerberinnen für das Amt der Ernteköniging zu absolvieren. Katja Leppin aus Görike im Landkreis Prignitz bot die überzeugendste Leistung und wird nun für ein Jahr Brandenburgs Landwirtschaft auf vielen Messen und Veranstaltungen repräsentieren. Die promovierte Tierärztin und zweifache Mutter kümmert sich um Direktvermarktung und hat nun als königliche Hoheit, wie sie schmunzelnd berichtet, ein viertes Betätigungsfeld. „Ich bin sicher, dass das alles  gut zusammenpasst.“ 

 

Geehrt wurden in Neuzelle zudem die Gewinner des diesjährigen, von der Bauernzeitung mit unterstützten  Fotowettbewerbes. Mehr darüber in der kommenden Ausgabe.   

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