Demo vor dem Landtag

14.11.2018

© Sabine Rübensaat

Klare Botschaften vermittelten die mehr als 300 Teilnehmer der Demonstration vor dem Landtag in Potsdam. Dazu aufgerufen hatte der Bauernbund Brandenburg, mit dabei waren die im Forum Natur Brandenburg vereinten Landnutzerverbände.

Über 320 Menschen haben auf der Demonstration vor dem Landtag in Potsdam gegen die Ausbreitung der Wölfe protestiert. „Wir fordern die Landesregierung auf, große Teile unseres Landes zur wolfsfreien Zone zu machen“, sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Landwirt aus Krielow im Havelland: „Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, und zwar sofort.“ Brandenburg habe eine viermal so hohe Wolfsdichte wie Schweden, und in Schweden werde scharf geschossen, so Hintze.

 

Vor einer „systematischen Verharmlosung“ des Großraubtiers warnte Forstwirt Christoph Rechberg aus Plattenburg: „Es ist eine Illusion zu glauben, die Wolfspopulation würde sich irgendwann selbst regulieren oder es gäbe andere Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen als mit dem Gewehr.“ Biolandwirt Reinhard Jung berichtete von seinem Bauernhof in Lennewitz, wo er die alte Nutztierrasse Rotbuntes Niederungsvieh züchtet: „Wir haben uns hier ein Paradies geschaffen und das lassen wir uns nicht kaputt machen von einer reißenden Bestie, die unsere Vorfahren aus gutem Grund ausgerottet haben.“

 

Mario Borchert vom Netzwerk Wolfsfreie Städte und Gemeinden kündigte an, im Landtagswahljahr 2019 den Druck der Basis auf die Landesregierung zu erhöhen: „Die Menschen auf dem Lande wollen endlich eine Reduzierung der Wölfe. Wir lassen uns nicht mehr für dumm verkaufen.“ Angesichts von inzwischen mehr als 14.000 Wölfen in Europa mahnte Gregor Beyer vom Forum Natur an, den strengen Schutz für den Wolf zu lockern und ihn in das Jagdrecht aufzunehmen: „Für eine einzelne Art den Niedergang der Weidetierhaltung zu riskieren, die ihrerseits Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen bietet, ist das unverantwortlich.“ 

 

Die Verbände im Forum Natur werten die Kundgebung vor dem Landtag als vollen Erfolg. „Es war richtig, dass wir unter dem Motto „Aktives Wolfsmanagement jetzt!“ zu einer Beteiligung an der Veranstaltung aufgerufen haben“, stellte  der Geschäftsführer des Forums, Gregor Beyer, nach der Veranstaltung klar. Die große Resonanz hätte gezeigt, wie wichtig es sei, dass sich die Landnutzer über die verschiedenen Nutzungsarten hinweg vernetzten und ihre jeweiligen Anliegen gemeinsam deutlich machten. In seiner Rede hob Beyer hervor, dass die Antwort auf die Probleme insbesondere der Tierhalter nur aus einem Mix mehrerer Maßnahmen bestehen könne. Dass es dafür keine Denkverbote geben dürfe, sei eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg.

 

Beyer stellte klar, dass es neuerdings einige hoffnungsvolle Zeichen für eine politische Bewegung in der Wolfsdebatte gebe. So hätten die jüngsten Äußerungen von Minister Vogelsänger gezeigt, dass dieser zumindest den dringenden Handlungsbedarf für Re­gionen, in denen der günstige Erhaltungszustand der Wölfe hergestellt sei, erkannt habe. Allerdings lasse man den Minister nicht mehr mit einigen wohlfeilen Sprüchen bei Bauerntagen vom Acker, wenn auf diese Ankündigungen nicht konsequente Maßnahmen folgen würden.

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