Dem Fernweh eine Chance

09.11.2016

© Schorlemer Stiftung

Antje Bauch (Bild rechts unten) ist die zustän­dige Referats­leiterin bei der Schorlemer Stiftung.

Warum ist ein Praktikum im Ausland so empfehlenswert?
■ Es ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich in Theorie und Praxis fortzubilden.  Die Praktika geben Ansporn zu neuen Ideen und Perspektiven  für die weitere berufliche Laufbahn beziehungsweise für den eigenen Betrieb zu Hause. Zugleich können junge Leute andere Wirtschaftsweisen und Produktionstechniken sowie -bedingungen kennenlernen. Nicht zuletzt hat der Einsatz im Ausland großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung. Auf zunächst fremde Menschen und andere Kulturen zu treffen ist immer eine Bereicherung, ganz abgesehen von den Sprachkenntnissen, die man dabei erwerben kann.

 

Es ist also der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand, der für derartige Praktika spricht. Was prädestiniert  die Schorlemer Stiftung, die jungen Leute zu vermitteln und zu betreuen?
■ Wir können seit vielen Jahren auf ein Netzwerk von Partnerorganisationen (GrowAbroad) zurückgreifen. Damit verbunden sind gesicherte Qualitätsstandards sowie transparente und gesetzlich geprüfte, abgesicherte Bedingungen. Wir unterstützen bei allen wichtigen Fragen von der Bewerbung  und Betriebssuche über Visumverfahren und Versicherungen bis hin zur Anreise. Vor Ort ist dann bei allen Fragen und möglichen Problemen eine Betreuung durch unsere Partner gewährleistet. Überdies gibt es Zuschüsse aus Bundesmitteln, die Praktika kostengünstiger machen.    

Welche Länder stehen auf der Wunschliste obenan?  
■ In Übersee sind es vor allem Kanada, USA und Neuseeland, aber auch Australien, in Europa steht vor allem ein Einsatz in Irland ganz obenan.

Wo ist ein Praktikum derzeit nicht möglich?
■ Das betrifft Afrika und Lateinamerika, Ecuador ausgenommen, sowie China und Osteuropa. Mit Russland gibt es ein vom Bundesagrarministerium gesondert gefördertes Gruppenprogramm.

Was geschieht, kommt es in einem der Länder zu Unruhen?
■ Wenn damit politische Unruhen gemeint sind, so hat es diese in den Partnerländern bisher nicht gegeben. Kommt es aber zu unvorhergesehenen  Ereignissen wie dem Tsunami in Japan vor fünf Jahren, dann greift ein Notfallplan in Zusammenarbeit mit den Partnern und gegebenenfalls eine Evakuierung der Teilnehmer.

Ist innerhalb des Praktikums ein Wechsel  möglich, sollte es vor Ort Probleme geben?
■ In den meisten Fällen gelingt es unseren Partnern, Fragen und Probleme durch Moderation zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu klären. Gelingt dies jedoch nicht, bemühen sie sich in jedem Fall um die Vermittlung eines neuen Gastbetriebs.

Gibt es eine zeitliche Begrenzung für die Praktika?
■ Diese dauern in der Regel drei bis zwölf Monate. Es sind auch kürzere Einsätze von sechs bis zwölf Wochen möglich, so in Irland und in den Niederlanden. Allerdings werden diese nicht vergütet.

Ist ausreichend Versicherungsschutz gegeben?
■ Ja, alle Teilnehmer werden von uns oder unseren ausländischen Partnern umfassend gegen Krankheiten und Unfälle versichert.

Wie war die bisherige Resonanz der Teilnehmer?
■ Überwiegend sehr positiv. Die Persönlichkeitsentwicklung  steht dabei häufig an erster Stelle. Die Teilnehmer sehen ihre Offenheit gegenüber neuen Menschen und Kulturen als Zugewinn. Ein weiteres Plus ist der flexiblere Umgang mit anderen Lebensformen und Arbeitsweisen. Da die Prakti­kanten im Ausland immer auch mit ungewöhnlichen Situationen konfrontiert sind, lernen sie Krisen und Konflikte selbstständig zu meistern. Nicht zu vergessen die weltweiten Kontakte und Freundschaften, die bei einem Auslandsaufenthalt geschlossen werden.  

Erfolgt eine regelmäßige Auswertung, um Schlussfolgerungen zu ziehen?
■ Die ist fester Bestandteil unserer Arbeit. Wir brauchen das Feedback unserer Teilnehmer, um die Programme zu optimieren und gegebenenfalls Dinge korrigieren zu können. Dem dienen Abschlussberichte und Feedbackbögen. Häufig fordern auch unsere Partner Zwischen- beziehungsweise Abschlussberichte an. Die Ergebnisse werden dann intern im Team und mit den Partnern ausgewertet. Dies geschieht in der Regel bei Konferenzen oder im bilateralen Gespräch.

 

Die Fragen stellte Wolfgang Herklotz

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