BVVG: Noch Land in Sicht?

15.01.2016

Boden © Sabine Rübensaat

Vergangenes Jahr verkaufte die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH  in Brandenburg 8 800 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und 2 000 Hektar Wald. Sie erzielte insgesamt einen Erlös von 138 Millionen Euro und damit das zweithöchste Ergebnis unter den ostdeutschen Ländern. Dies teilte BVVG-Geschäftsführer Stefan Schulz auf der Jahrespressekonferenz in Berlin mit. „Das vergangene Jahr war ein sehr ereignisreiches.“ Die BVVG habe ihre Arbeit nun auf neue Vorgaben ausgerichtet und die Struktur dem gesunkenen Bestand angepasst.


Für durchschnittlich 13 663 Euro wechselte 2015 der Hektar in Brandenburg den Besitzer. Im Jahr davor waren es 13 730 €/ha. Der durchschnittliche Pachtpreis stieg von 257 €/ha auf 279 €/ha. Er liegt damit deutlich unter dem Mittel der ostdeutschen Länder (385 €/ha). Nach den im Jahre 2010 vereinbarten Privatisierungsgrundsätzen können berechtigte Pächter in beschränktem Umfang sofort oder innerhalb der Laufzeit eines  neuen vierjährigen Pachtvertrages  direkt landwirtschaftliche Flächen von der BVVG erwerben. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen neuen neunjährigen Pachtvertrag mit dem Verzicht auf Direkterwerb abzuschließen.


Insgesamt hat die BVVG in Brandenburg noch 47 000 Hektar landwirtschaftliche Fläche und 3 550 Hektar Wald zu privatisieren. In diesem Jahr sollen 2 700 Hektar Agrarfläche und 1 800 Hektar Wald veräußert werden. Wie Geschäftsführer Schulz weiter informierte, ist vorgesehen, Flächen auch an Länder zu verkaufen, so an Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Dies soll dazu beitragen, spezielle Programme zur  Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, aber auch des Hochwasserschutzes wirksam zu unterstützen.


Als positives Beispiel  bezeichnete Schulz den freiwilligen Landtausch im Nationalpark Unteres Odertal. Dort wurden aus Naturschutzgründen erhebliche Flächen aus der Nutzung genommen beziehungsweise eingeschränkt und deshalb komplexe Flurbereinigungsverfahren eingeleitet. Die BVVG brachte dafür 1 150  Hektar ein, das Land Brandenburg stellte im Gegenzug 1 190 Hektar zur Verfügung.

 

Mehr zur Bilanz in der BauernZeitung Ausgabe 2 auf der Seite 21.

Themen: BVVG, Boden, Preise, Verkauf

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr