BVVG: Kuchen ist schon fast verteilt

27.02.2014

© Sabine Rübensaat

Im Bestand der BVVG im Land Brandenburg sind noch rund 69 800 ha Landwirtschaftsflächen.

Insgesamt rund 19 200 ha Flächen hat die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH im Land Brandenburg im Jahr 2013 veräußert, berichteten die Leiter der BVVG-Niederlassungen Brandenburg/Berlin und Cottbus, Barbara Halsinger und Dr. Bernd Klages, auf ihrer jährlich stattfindenden Pressekonferenz. Davon waren rund 9 400 ha landwirtschaftliche Flächen, und davon wurden wiederum 4 700 ha Flächen zu begünstigten Preisen nach dem 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz an berechtigte Alteigentümer verkauft. Weitere 6 400 ha waren Wald, die bis auf 1 000 ha ebenfalls an berechtigte Alteigentümer gingen. Das Land Brandenburg gelangte in den Besitz von 3 500 ha Umwidmungsfläche inklusive Seen. 

Die Niederlassungen hatten 2013 rund 4 300 ha landwirtschaftliche Fläche ausgeschrieben. Die Lose waren im Schnitt elf Hektar groß und sind damit für sogenannte Investoren in der Regel nicht interessant. DasGros ging somit an ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe. Im Durchschnitt lag der Preis für einen Hektar Ackerland nach dem Verkehrswert bei 12 000 €/ha. Die Spanne reichte dabei je nach Bodenqualität und Nachfrage von 4 000 bis 20 000 €/ha. Damit liegen die Erlöse um 20 Prozent höher als im Vorjahr. Aber trotz des Preisanstieges ist die Nachfrage gleichbleibend hoch.

Im Jahr 2013 endeten Pachtverträge über rund 2 600 ha mit Direkterwerbsansprüchen – also ohne Ausschreibung. Die berechtigten Pächter wählten für 29 % der Fläche den sofortigen Direktkauf, 27 % einen vierjährigen Pachtvertrag mit Kaufoption und 44 % einen neunjährigen Pachtvertrag ohne Kaufoption.

Die beiden Niederlassungen hatten zum 31. Dezember 2013 rund 68 500 ha landwirtschaftliche Fläche verpachtet. Dabei lag der Anteil an langfristigen Pachtverträgen mit über sechs Jahren bei rund 60 %. Der durchschnittliche Pachtzins betrug 238 Euro je Hektar und Jahr – rund fünf Prozent mehr als 2012. Bei Neuverpachtungen betrug der Pachtzins 301 Euro je Hektar und Jahr. Das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Insgesamt haben die Niederlassungen Brandenburg/Berlin und Cottbus damit Erlöse von rund 118 Mio. Euro erzielt und trugen rund 23 % zum BVVG-Gesamtüberschuss bei.

„Mit diesen Ergebnissen sind wir hochzufrieden“, so die Leiterin der Niederlassungen Brandenburg/Berlin, Barbara Halsinger. Wären damit doch die eigenen Planungen deutlich übertroffen worden.

Was den einen – in diesem Fall die BVVG – freut, wird die Käuferseite anders bewerten. Allerdings habe sich nach den Erfahrungen von Barbara Halsinger und Dr. Bernd Klages unter den Landwirten die große Aufregung über die Höhe der Bodenpreise gelegt. Das sei auch verständlich, wenn man die Preisentwicklung über die Landesgrenze hinaus betrachtet. Außerdem habe die BVVG in Brandenburg nur noch fünf Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes im Angebot. Der Kuchen ist also fast verteilt.

Die wichtigste Aufgabe in diesem Jahr wird es sein, noch offene Anträge von Alteigentümern zum begünstigten Flächenerwerb nach den 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz zu bearbeiten. Von den bisher 696 gestellten Anträgen von Alteigentümern wurden 495 Anträge abschließend erledigt, darunter 234 im Jahr 2013. Derzeit liegen noch 167 Anträge vor, wobei erst 76 Antragsteller vollständige Unterlagen eingereicht haben. Deshalb wird man wohl auch 2015 noch damit befasst sein. Im Durchschnitt kaufen die Alteigentümer dann pro Fall 30 ha. Dabei hat sich gezeigt, dass dieser Eigentumsübergang trotz aller ursprünglichen Befürchtungen in den meisten Fällen konfliktfrei abläuft.

Nach den Privatisierungsgrundsätzen 2010 wurden im vorigen Jahr zudem 1 500 ha landwirtschaftliche Nutzfläche beschränkt ausgeschrieben. Dabei dürfen nur arbeitsintensive Betriebsformen wie Ökobetriebe, Gemüseanbauer oder seit Ende März 2013 Junglandwirte ein Gebot abgeben. 

Nachdem die BVVG im Land Brandenburg 2013 rund 6 400 ha Wald verkauft hat, darunter 5 400 ha zu begünstigten Bedingungen an Alteigentümer, ist das Interesse am Walderwerb weiterhin groß, insbesondere bei Alteigentümern, die Vorrang vor Nichtberechtigten mit Verkehrswertgeboten haben. Je Ausschreibungslos gehen rund neun Gebote bzw. Bewerbungen ein.

Privatisierung: Klar geregelt
Der Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen zum Verkehrswert erfolgt nach den Privatisierungsgrundsätzen 2010 (PG), die zwischen Bund und ostdeutschen Ländern abgestimmt sind. Gesetzliche Ansprüche der Alteigentümer haben Vorrang. Nach den PG 2010 können berechtigte Pächter sofort oder innerhalb der Laufzeit eines neuen vierjährigen Pachtvertrages direkt Flächen von der BVVG erwerben. Sie können auch einen neunjährigen Pachtvertrag mit Verzicht auf ihre Direkterwerbsmöglichkeit abschließen. Der Verkaufspreis bei den Direktverkäufen an berechtigte Pächter wird mit dem Vergleichspreissystem (VPS) der BVVG ermittelt. Es ist EU-notifiziert. Beim Verkauf nach Ausschreibung erhält der Höchstbieter den Zuschlag. Es wird kein Orientierungswert vorgegeben. Das Los sollte 25 ha nicht überschreiten.

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