Bund-Länder-Programm

10.10.2018

© Sabine Rübensaat

Staubtrocken war es in diesem Jahr auf vielen Erntefeldern. Die dürrebedingten Ertragsausfälle belaufen sich auf mindestens 370 Mio. €.

Das vor dem Start stehende Bund-Länder-Programm darf nicht zu einer „Scheinhilfe“ für die von der Dürre geplagten Landwirte werden. Hoffnung auf Hilfe wurde geweckt, und am Ende droht die Verweigerung. Genau dies wird passieren, wenn neben der notwendigen Schadenserfassung umfangreiche, langwierige Vermögens- und Einkommensprüfungen von Betriebsinhabern, Gesellschaftern und deren Familienangehörigen verlangt werden. Hier ist das Land Brandenburg aufgefordert, die vorhandenen Gestaltungsspielräume zu nutzen, um das Hilfsprogramm praktikabel zu gestalten. 

 

„Es ist nicht nachvollziehbar, wenn zum Beispiel Landwirte oder die vielen ortsansässigen Mitglieder klassischer Agrargenossenschaften und deren Ehepartner ihre Altersvorsorge und Ersparnisse wie gefordert einsetzen müssen, um die Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen, und sie dann später womöglich auf Sozialhilfe angewiesen sind“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. „Es darf auch nicht dazu kommen, dass Tierverkäufe aus Futtermangel als zusätzliches Einkommen angerechnet werden“, so Wendorff weiter. 

 

Die Umsetzung der Richtlinie zum Bund-Länder-Programm ist eine Nagelprobe, ob Politik tatsächlich handlungswillig ist oder den ländlichen Raum und die landwirtschaftlichen Familien und Mehrfamilienbetriebe alleinlässt. 

 

Die Schäden durch die dies­jährigen Ertragsausfälle allein in der brandenburgischen Landwirtschaft werden mit mindestens 370 Mio. € beziffert.

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