Brandenburger Landpartie 2017

06.06.2017

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Schönwalde-Glien – Die Brandenburger Landpartie ist ein Fest für die ganze Familie, zu der jedes Jahr rund 100.000 Besucher kommen. Doch die Landwirte möchten die Veranstaltung am 10. und 11. Juni auch dazu nutzen, um ins Gespräch zu kommen. Im Landkreis Havelland findet zur Eröffnung eine Diskussion über regionale Produkte und deren Vermarktungschancen statt.

 

Im vergangenen Jahr eröffnete der Kreisbauernverband Havelland erstmals die Landpartie mit einem agrarpolitischen Frühstück. Mehr als 30 Bürgermeister, Kreistags- und Stadtverordnete sowie Gemeindevertreter diskutierten über Themen wie Massentierhaltung oder Nitrat im Grundwasser. Dieses Jahr soll es um regionale Produkte und ihre Vermarktung gehen. "Viele unserer Milch- oder Getreidebauern produzieren vorrangig für den Weltmarkt. Schlechte Weltmarktpreise treffen die Betriebe sehr hart, wie die Milchkrise im Jahr 2016 gezeigt hat", erläutert Johannes Funke, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. Lebensmittel mit regionaler Identität könnten helfen, die moderne Landwirtschaft besser zu darzustellen und wieder näher an die Menschen heranzubringen.

 

 

Eröffnet wird die Landpartie im idyllischen Dorf Spaatz inmitten des Naturparks Westhavelland. Dort ist der Bauernhof von Jens Schmücker ein gutes Beispiel dafür, wie regionale Vermarktung funktionieren kann. In der hofeigenen Schlachterei werden Fleisch- und Wurstwaren hergestellt und vor Ort verkauft. Früher hatte Schmücker nur die Landpartie-Besucher auf seinen Hof eingeladen, dieses Jahr organisiert er gemeinsam mit anderen am Eröffnungstag ein Fest auf dem Dorfanger.

 

Nach dem Gottesdienst findet im Zelt das agrarpolitische Frühstück statt. Neben Schmückers Bauernhof präsentiert sich die Kreuterey von Udo Schäfer mit ihren Heil-, Gewürz- und Aromapflanzen. Ein örtlicher Verein und der NABU sind mit Infoständen dabei. Der Spargelhof von Gabriele Feiler öffnet ebenfalls seine Tore. "Jeder Besucher findet etwas Passendes", verspricht Schmücker. Das Angebot reicht vom Streichelzoo über Stände mit Kunstgewerbe aus der Region bis zur Ausstellung moderner Landmaschinen. Per Kremser können Besucher zum Bauernhof fahren und dort die Ställe mit Schweinen und Milchkühen besichtigen.

 

Etwas beschaulicher gestaltet sich die Landpartie im Nachbarort Wosier. Dort laden Vera und Dirk Niklaus am Sonntag auf ihr ArtLand ein. Das Künstlerpaar aus Potsdam hatte vor 20 Jahren mit dem ehemaligen Landgut sein Refugium gefunden, organisiert dort eine Sommergalerie in der Scheune, veranstaltet Workshops und bietet zwei Ferienhäuser. Vor einigen Jahren begann Vera Niklas auch mit der Bienenzucht. "Ich sah, dass ringsum alles blühte, aber nur wenig Früchte an den Bäumen hingen", begründet sie ihren Start als Imkerin. Besucher können vor Ort ihren Honig kosten, Kunst genießen, beim Spinnen und Weben zuschauen oder sich selbst darin ausprobieren.

 

Während ArtLand zum ersten Mal bei der Landpartie mitmacht, sind andere Betriebe im Havelland schon "alte Hasen". Dazu gehören der Hofladen Falkensee, der zum großen Fest rund um die Erdbeere einlädt oder das Kolonistendorf Großderschau, das altes Handwerk präsentiert und am Samstag ein Plattdeutsch-Festival veranstaltet.

 

Die Vielfalt der Landpartie-Teilnehmer im Havelland ist groß. Mit dabei sind traditionelle Landwirtschaftsbetriebe, Pferdehöfe und ein Kinderbauernhof. Einen Blick in die Geschichte der Landwirtschaft kann man auf dem denkmalgeschützten Ensemble des Lucke-Hofs in Premnitz werfen, auf dem Pferdehof Bialek in Tremmen zeigen Reitschüler ihr Können und auf dem Landgut in Schönwalde können sich Interessierte im Polospiel üben. Der MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien bietet Führungen durch den Kräutergarten und die historische Braumanufaktur mit Verkostungen an.

 

Insgesamt 15 Betriebe beteiligen sich an der Brandenburger Landpartie im Havelland, 240 sind es im gesamten Land. Das komplette Programm ist beim Verband pro agro kostenlos erhältlich und im Internet zu finden unter www.brandenburger-landpartie.de.

 

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL).

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