Brand in Milchviehanlage

22.02.2013

 

 

Der Brand brach an der Hauptstromverteilung aus, das Feuer verbreitete sich schnell bis in den Dachstuhl.  Als  der dann zusammenbrach, war im Grunde das ganze Gebäude verloren“, berichtete ­Betriebsleiter Konrad Goeritz. Fassungslos stand er Anfang vergangener Woche mit den Mitarbeitern zwischen den Einsatzkräften. Die waren noch immer mit Atemschutztechnik und Schläuchen dabei, die letzten Glutnester zu bekämpfen. Sechs Feuerwehren mit 45 Einsatzkräften aus Glöwen, Bendelin, Netzow, Söllenthin, Havelberg und Baren­thin waren im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen, sagte Einsatzleiter Jens Morche aus Glöwen. Zusätzlich war ein Rettungswagen vor Ort, ebenso das Feuerwehrtechnische Zentrum aus Perleberg, um für genügend Schläuche zu sorgen.

 

In dem Gebäude war nicht nur die Hauptstromversorgung für den Betrieb untergebracht, sondern beherbergte auch Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter und den Milchtank. 4.000 Liter Milch lagerten hier.  Die Umweltbehörde des Landkreises Prig­nitz wies den Betrieb an, die Milch in die Gülletanks zu entsorgen. Aber wie sollte das gehen ohne Strom? Ohne Strom konnten auch die 150 Milchkühe nicht gemolken werden. Neben dem materiellen Schaden waren es vor allem die Tiere, um die sich die Mitarbeiter sorgten. „Wir haben hier eine Herde mit sehr guter Milchleistung. Die Tiere sind an ihr Futter gewöhnt und an einen geregelten Tages- und Melkablauf“, so Konrad Goeritz. Mit Hilfe von anderen Betrieben in Bendelin und Abbendorf wurde versucht, die Tiere zu verteilen, weil sie in Netzow nicht mehr versorgt werden können. Die Einnahmen aus der Milchviehhaltung sind die Haupteinnahmequelle des Unternehmens. Sieben Mitarbeiter haben im Moment hier keine Arbeit mehr. Neben den Milchkühen gilt es nun noch 40 Mutterkühe zu versorgen. Nach ersten Einschätzungen durch den Betriebsleiter geht man von etwa 500.000 Euro Sachschaden aus. „Allerdings wird es wohl gut 1,5 Millionen Euro kosten, um den Laufstall, das Nebengebäude und die Melkanlagen wieder aufzubauen“, bezifferte Konrad Goeritz. 


Nach dem Brand wird nun aufgeräumt. „Unter Federführung der Versicherung wird ein Entsorgungsunternehmen gesucht, das die Brandruine abträgt und alles entsorgt. So schaffen wir den Platz für einen Neubeginn“, sagt Geschäftsführer Konrad Goeritz. Allerdings ist dieser Neubeginn noch nicht ganz klar. „Die Versicherung wird sich beteiligen. Die Frage ist nur, in welchem Umfang“, sagt Goeritz. Außerdem werden auch auf das Unternehmen Kosten zukommen, die noch nicht genau abzusehen sind. Zunächst werde man eine Wirtschaftlichkeitsprüfung machen, so Goeritz, denn die Melktechnik, die mit abgebrannt ist, war 15 Jahre alt. Nun würde man neue, moderne Technik aufbauen. Die Frage ist, ob sich diese Investition rechne, und inwieweit der Versicherer sich an diesen Kosten beteiligen würde.


Hilfe wurde der Agrargenossenschaft unter anderem von Karsten Krüger aus dem benachbarten Bendelin angeboten. „Allerdings hätten wir hier nicht alle Milchkühe unterbringen können. Deshalb sind wir auf sein Angebot nicht eingegangen und haben alle Kühe nach Bälow gebracht, wo wir an einem Standort alle Tiere versorgen und melken können“, sagte Konrad Goeritz. Thomas Bein


 

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