BraLa 2017 - Wege in der Pflanzenzüchtung

19.05.2017

© Wolfgang Herklotz

Auf der Freifläche sind nicht nur verschiedenste Kulturen vom Urgetreide bis zur Hochleistungssorte zu sehen. Zugleich kommt auf dem Aktionsacker Bestelltechnik zum Einsatz.

Innovation durch Züchtung“: So lautet der Titel des fünften Wissenschafts-Praxisforums „Landwirtschaft im Dialog“ auf dem BraLa-Aktionsgelände am Haupteingang (Tor 7), in dessen Fokus in diesem Jahr die Pflanzenzüchtung steht. Oft werden Fragen der Pflanzenzüchtung sehr emotional und ohne fachlichen Hintergrund in der Gesellschaft diskutiert. Mit diesem Forum wird versucht, viele Fragen rund um die Pflanzenzüchtung sachlich und fachlich darzustellen und zu diskutieren.


Im Ausstellungsteil werden unter dem Titel „Von Mendel bis Monsanto“ die Entwicklung der Pflanzenzüchtung und deren Ergebnisse der letzten 150 Jahre gezeigt. Einen breiten Raum nehmen auch die modernen Züchtungsmethoden für den konventionellen wie den Ökolandbau ein. Jeder Besucher kann sich so ein Bild über die aktuellen Wege in der Pflanzenzüchtung machen.


Auf der Freifläche werden über 70 verschiedene Sorten der verschiedensten landwirtschaftlichen Kulturen vom Urgetreide bis zur Hochleistungssorte vorgestellt. Diese Präsentation zeigt die durch die Züchtung hervorgebrachte große biologische Vielfalt unserer landwirtschaftlichen Kulturen. Hier stehen Urformen des Getreides wie Emmer oder Einkorn neben den Hochleistungssorten renommierter Züchterhäuser. Es werden verschiedene Kartoffelsorten ebenso vorgestellt wie Lupinen oder neue Züchtungen frühreifer Sojabohnen, die auch in Brandenburg gedeihen.

 

Aktion auf dem Acker


Um in der Praxis die Ergebnisse der Züchtung in Form des den Landwirten bereitgestellten Saatgutes nutzen zu können, bedarf es auch einer exakt arbeitenden Bestelltechnik. Auf dem Aktionsacker werden deshalb innovative Bestellmaschinen zweimal täglich zeigen, wie exakt sie unter verschiedenen Bedingungen das Saatgut ablegen. Die Praktiker können sich dadurch ein sehr gutes Bild von der Qualität der Arbeit dieser Maschinen auf dem Feld machen.


Der intensivste Dialog wird aber wieder im Zelt in Form der Podiumsdiskussionen geführt werden. Was sind gentechnische Methoden in der Pflanzenzüchtung, welche Rolle spielen sie? Ist die Pflanzenzüchtung ohne gentechnische Methoden zukunftsfähig? Wo verläuft die Grenze zwischen modernen Züchtungsmethoden wie Crispr­CAS und in Deutschland verbotener Gentechnik? Auf diese Fragen gibt es Antworten in der am Donnerstag (25. Mai) von Thomas Prinzler moderierten Runde. Die Spannbreite der Podiumsteilnehmer vom Züchter über Praktiker und Wissenschaftler bis zum Vertreter des genethischen Netzwerkes lässt eine interessante Diskussion erwarten.


Dagegen geht es am Freitag (26. Mai), dem Tag der Praktiker, in zwei Diskussionsrunden um die Anforderungen der ackerbaulichen Praxis an die Züchtung und an die Vermehrung. Am Vormittag diskutieren unter anderem Züchter wie Dr. Franz-Joachim Fromme (Kleptow), Praktiker wie Gerald Herzog (Rädigke) oder Antje Kölling (Demeter) über die Anforderungen der konventionellen und ökologischen Praxis an die Pflanzenzüchtung. Sie gehen dabei den Fragen nach wie: Ist ständiger Zuchtfortschritt notwendig? Wie kann durch Züchtung auf den Klimawandel reagiert werden? Entsprechen die Züchtungsmethoden den Anforderungen der Praxis? Können neue Sorten die N-Effizienz verbessern?


Am Nachmittag geht dann Dr. Katja Börgermann (DBV) mit Landwirten und Züchtern den Fragen nach, ob sich der Einsatz von Z-Saatgut lohnt oder der Nachbau ausreichend ist. Auch die Berechtigung der Nachbaulizenz wird auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei werden vor allem die Landwirte ihre sehr unterschiedlichen Standpunkte erläutern und ihre Erfahrungen darlegen.
Aber nicht nur ackerbauliche Themen werden auf den Podien diskutiert. Um die Rolle der Pflanzenzüchtung im Gartenbau geht es dann am 27. Mai. Unter der Moderation des Journalisten Hellmuth Henneberg wird versucht, den Widerspruch zwischen der Erhaltung traditioneller Sorten und der ständigen Züchtung neuer Sorten aufzulösen.

 

Wissen testen


Weiterhin wird darüber diskutiert, ob Risiken durch Einführung der Vielzahl neuer Obst- und Gemüsesorten für den Gartenbauer, den Kleingärtner und auch für den Verbraucher bestehen. Zu allen Themen sind spannende Diskussionen zu erwarten, wobei nicht ausschließlich auf dem Podium diskutiert werden soll, sondern auch die Gäste die Möglichkeit erhalten, ihre Fragen an die Fachleute zu richten.


Wie schon im letzten Jahr ist der Sonntag auf dem Aktionsgelände wieder der Nachwuchsgewinnung vorbehalten. Passend zum Thema werden neben den wichtigsten Grünen Berufen wie Landwirt, Tierwirt und Fachkraft Agrarservice die Berufe Imker und Pflanzentechnologe unter dem Motto „Kennst du Grüne Berufe? Probier dich aus!“ den Besuchern vorgestellt. Dazu sind Stationen eingerichtet, an denen die Jugendlichen interaktiv ihr Wissen über diese Berufe testen und im Gespräch mit den anwesenden Azubis auch vervollständigen können. Bei richtigem Absolvieren der einzelnen Stationen winken kleine Preise. Zum Abschluss wird unter allen Teilnehmern als Hauptpreis unter dem Motto „Ein Tag als Landwirt“ ein Schnuppertag in einem landwirtschaftlichen Betrieb verlost. Für die Moderation dieser Veranstaltung konnte die Journalistin Ulrike Finck gewonnen werden.


Das vollständige Programm mit allen Zeiten, Teilnehmern und weiteren Informationen ist im Netz unter www.brala.eu , www.puc-consult.com  oder www.lbv-brandenburg.de  zu finden.

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