Bodenprivatisierung: Kaufpreis angestiegen

18.01.2018

© Wolfgang Herklotz

Die BVVG Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH hat im Jahr 2017 rund 9.700 ha ­landwirtschaftliche Flächen und 1.800 ha Wald verkauft, darunter 2.800 ha LN und 800 ha Wald in Brandenburg.

 

Nach den Privatisierungsgrundsätzen sollen künftig pro Jahr nicht mehr als 10.000 ha landwirtschaftlicher Fläche veräußert werden. Darauf hatten sich Bund und ostdeutsche Länder 2016 geeinigt. Außerdem wurde die Losgröße bei Ausschreibungen landwirtschaftlicher Flächen auf maximal 15 ha reduziert und der Privatisierungszeitraum bis zum Jahre 2010 gestreckt. „Die BVVG ist damit in ­eine Phase der Konsolidierung getreten“, betonte Geschäftsführer Stefan Schulz auf der Jahrespressekonferenz in Berlin (siehe auch Bauernzeitung, Ausgabe 3/2018, Seite 19).


Der durchschnittliche Kaufpreis (Verkehrswert) lag 2017 in Brandenburg bei 15.535 €/ha und damit unter dem Durchschnitt der neuen Länder (19.507 €/ha). Lediglich in Sachsen lag der Verkehrswert mit 14.389 €/ha noch niedriger. Der Kaufpreis im Land ist aber zum Vorjahr (13.548 €/ha) deutlich angestiegen.

 

Eine Zunahme erfolgte ebenfalls beim durchschnittlichen Pachtpreis von 297 €/ha (2016) auf 307 €/ha in Brandenburg. Dennoch ist dieser weiterhin der niedrigste im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer, wo der Pachtpreis im Schnitt bei 424 €/ha liegt.


Zum 31. Dezember 2017 waren  im Land 40.500 ha verpachtet. Nur Mecklenburg-Vorpommern hat mit 43.300 ha eine noch größere Pachtfläche, während diese in Sachsen (8.800 ha) und Thüringen (4.800 ha) am niedrigsten ist.


Im Geschäftsjahr 2018 will die BVVG in Brandenburg rund 3.000 ha LN und 270 ha Forst- ­sowie 210 ha Umwidmungsfläche veräußern. Zum 1. Januar wurden die Regeln zum Direkterwerb landwirtschaftlicher Flächen erneut angepasst.

 

Danach kann ein Unternehmensverbund mit mehreren rechtlich selbstständigen Pächtern in Summe nur einmal bis zu 450 ha LN ­direkt von der BVVG erwerben. In Sachsen-­Anhalt beträgt diese Obergrenze weiterhin 100 ha. In der Vergangenheit konnten in einzelnen ­Fällen die für den ­Direkterwerb geltenden Obergrenzen, die bisher ausschließlich für den je­wei­ligen Pächter galten, überschritten werden, wenn mehrere dieser berech­tigten Pächter Teil eines ge­meinsamen Unternehmensverbundes waren. Die aktuelle ­Anpassung geht laut Geschäftsführer Schulz auf eine ­Forderung der ostdeutschen ­Agrarressorts zurück.

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