Berufswettbewerb der Landjugend



Zum 31. Mal fand der Landesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend statt. Nach einem ersten Vorentscheid in den Oberstufenzentren mit etwa 320 Teilnehmern trafen sich die Siegerinnen und Sieger der Land- und Tierwirte am 16. April in der LVAT Groß Kreutz zum Wettkampf. Hier wollte man nun ermitteln, wer von den angereisten elf Landwirten und drei Tierwirten die oder der Beste seiner Sparte ist und unser Land dann im Bundesentscheid Anfang Juni in Bayern vertritt.


Erfolgreiches Trio: Ronja Reichwald, Maria Dahms und Tim Frädrich (v. o. ) werden Brandenburg beim Bundesausscheid vertreten. Zu den praktischen Aufgaben gehörte es, einen Düngerstreuer einzustellen und Milchkühe zu beurteilen. Links unten Florian Pischke, daneben Maria Dahms.                                            

 

 


So wie die Tradition es vorgab, wurde nach einer kurzen Einführung mit dem Allgemeinwissenstest begonnen. Für diesen hatten die Teilnehmer 45 Minuten Zeit. Im Anschluss folgte der Fachwissenstest. So mussten die Landwirte vier Ursachen nennen, die zu einer verminderten Keimfähigkeit des Saatgutes führen können. Im Vergleich dazu sollten die Tierwirte sechs Beispiele von Fütterungsfehlern und deren Auswirkungen auf die Tiergesundheit und Leistung nennen.

Enger Zeitrahmen

Danach ging es zum praktischen Teil, der aus zwei Aufgaben bestand und einem Vortrag. Das Thema des Vortrages kannten die Teilnehmer bereits und hatten daher die Möglichkeit, ein Plakat, Folien oder dergleichen bereits zu Hause zu erstellen. Die Landwirte sollten Möglichkeiten präsentieren, wie Landwirtschaft in der Öffentlichkeit positiv und interessant dargestellt werden kann, sowie mitteilen, welche Beiträge sie selber leisten können. Die  Tierwirte hatten jeweils fünf bis sieben Minuten Zeit, um zu erläutern, wie bei ihnen im Betrieb Nutztiere gehalten werden. Denn die moderne Tierhaltung steht oft in der Kritik der Öffentlichkeit. Die Schwierigkeit bestand darin, im Zeitrahmen zu bleiben, da ein zu kurzer oder zu langer Vortrag wertvolle Bewertungspunkte kostet.

Zur gleichen Zeit konnten sich andere Teilnehmer schon an den Aufgaben unter freiem Himmel beweisen. So durften sich die Landwirte an einem am Schlepper angebauten Düngerstreuer beweisen, der nach Bedienungsanleitung einzustellen und abzudrehen war. Die benötigte KAS-Düngemenge in kg/ha für die 2. Stickstoffgabe war davor zu berechnen. Die zweite Aufgabe der Landwirte bestand in einer Teamarbeit. Hier galt es, einen Fraßschutz für einen Obstbaum nach Bauanleitung zu erstellen. Die drei Auszubildenden der Tierwirtschaft dagegen hatten die Aufgabe, von drei Jungkühen eine auszuwählen, die sie im Vergleich zu den anderen kaufen würden. Dies sollte anhand der Kuheinstufung erfolgen. Positiv zu vermerken ist, dass alle drei Teilnehmerinnen eine gute Wahl getroffen haben. Die zweite Aufgabe bestand darin, eine Sammlung von Futtermitteln zu benennen und diese nach Grund-, Konzentrat- und Zusatzfuttermittel einzuordnen. Danach sollten die Teilnehmerinnen aus mehreren Stallkarten eine auswählen, die Informationen erläutern und die letzte Laktation einschließlich reproduktiver Eckwerte dieser Milchkuh beschreiben.

Kopf an Kopf

Der ganze Ablauf der praktischen Tätigkeiten dauerte ungefähr sechseinhalb Stunden. Während die Auswertungen der Ergebnisse noch auf Hochtouren liefen, lud Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der LVAT  Groß Kreutz, Detlef May, zu einer Betriebsbesichtigung ein. Um 18 Uhr begann dann die Siegesehrung. Mit dabei waren Heiko Terno, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Dr. Jürgen Trilk, Abteilungsleiter für Landwirtschaft und Gartenbau des Landesamtes für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, und Dirk Budach, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburgischen-Landjugend e. V.

Sieger der Landwirte wurde Tim Frädrich aus Klein Woltersdorf, dicht gefolgt von Tom Weidemann aus Schönfeld und Florian Pischke aus Leuthen. Bei den Tierwirten gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kein ganzer Punkt trennte die beiden Erstplatzierten voneinander. Maria Dahms holte den Titel des Landessiegers im Bereich Tierwirtschaft nach Brandenburg an der Havel. Ronja Reichwald aus Garlin errang Silber. Drittplatzierte Saskia Knaak aus Rietz-Neuendorf kann ebenso stolz auf sich sein. „Der Wettbewerb war sehr gut. Es gab abwechslungsreiche Fragen und die Atmosphäre war auch entspannt“, sagt Siegerin Maria Dahms. Die Brandenburgerin erhoffte sich den Sieg, hatte aber nicht damit gerechnet. Sie wollte eigentlich nur zum  Bundesentscheid nach Bayern. Die angehende Tierwirtin in der Rinderhaltung hatte anfänglich als Pferdewirtin gearbeitet.

Doch das Ganze hatte nicht so recht gepasst und so kam sie in die Rinderhaltung, wo sie richtig glücklich ist. „Ich habe die Kälber für mich entdeckt“ , betonte sie.

Anders als bei den Landwirten können bei den Tierwirten die beiden Erstplatzierten zum Bundesentscheid antreten. Somit werden Tim Frädrich, Maria Dahms und Ronja Reichwald unser Land im Bundesentscheid vertreten. Wir sind sicher, dass die drei ihr Land mehr als würdig vertreten werden. Für den Bundesentscheid in Bayern wünschen wir viel Erfolg, gutes Wetter und natürlich eine Menge Spaß.

Text und Fotos: Martin Reinhardt

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