Berater und Praktiker

06.07.2015

© Marcus Gansewig

Nils Fischer hat den Bachelor in Agrarwissenschaften abgelegt und kann auf den erfolgreichen Masterabschluss im Bereich Pflanzenbau und Biogas an der Humboldt-Universität zu Berlin verweisen.

Der Weg von Löwenberg nach Neuholland ist nicht weit. Nicht mal 20 Kilometer liegen zwischen den beiden Orten im Landkreis Oberhavel. Selbst zu Fuß dauert es keinen Tag, diese Distanz hinter sich zu bringen. Der Löwenberger Nils Fischer brauchte jedoch einige Schritte und etwas Zeit mehr, um nach Neuholland zu gelangen. Und auch wenn es sich im ersten Moment seltsam anhört: Sein Weg war dabei schnurgerade und der 27-Jährige zielstrebig unterwegs. „Mein Vater arbeitet im ZALF (Zentrum für Agrarlandschaftsforschung) und meine Mutter im Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Oberhavel. Außerdem hatten wir schon seit meiner Kindheit Schafe. Ich bin also mit der Landwirtschaft groß geworden“, erklärt Nils Fischer den Ursprung seines bisherigen Lebenslaufes. So wurde aus dem landwirtschaftlich faszinierten Jungen ein akademisch ausgebildeter Junglandwirt, der den Bachelor in Agrarwissenschaften sowie den Masterabschluss im Bereich Pflanzenbau und Biogas an der Humboldt-Universität zu Berlin absolvierte. Diese Route führte ihn schließlich nach Neuholland zu der dort ansässigen Neuholländer Fleischrind GmbH und zum Erreichen seines Ziels: Landwirt zu sein und zu leben.

Ungewöhnliche Arbeitsstruktur

„Und ich habe es nie bereut“, sagt Nils Fischer – weder in Neuholland, wo er als rechte Hand des Geschäftsführers Norbert Pinnow für die Biogasanlage und die Pflanzenproduktion verantwortlich ist und gleichzeitig mehr und mehr an dessen Aufgaben herangeführt wird, noch in Oberkrämer, wo er in der BBF Unternehmensberatung Betreuung Förderung GmbH unter Norbert Pinnows Federführung als Berater für andere Landwirtschaftsunternehmen tätig ist.

„Etwa zwei Drittel der Zeit bin ich in Neuholland“, beschreibt Nils Fischer die Verteilung der ungewöhnlichen Arbeitsstruktur, der er aber jede Menge Vorteile abgewinnen kann. Als Berater mit Praxisbezug weiß er so um die Probleme seiner Mandanten auf dem Feld, als Praktiker mit  Beratungshintergrund dagegen kann er auf den großen Erfahrungsschatz eines ganzen Netzwerks zurückgreifen.

Einen weiteren Erfahrungsschatz zapft er in Neuholland an. „Meine Mitarbeiter und Kollegen haben sehr viel Berufserfahrung. Von diesem Können und Wissen kann ich noch viel lernen“, sagt Nils Fischer, der den Preis des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg für die beste Masterarbeit 2014 verliehen bekommen hat. „Es ist einfach gut, die richtigen Fachleute an der Seite zu wissen. Oft wird in der Praxis erwartet, dass die Universität einen vollwertigen Landwirt ausbildet.“ Aber beispielsweise was Personal- und Maschinenführung angehe, ist es laut Nils Fischer schwierig. „Darauf kann ein Studium nicht vorbereiten. Da ist es schon gut, dass ich hier nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern langsam herangeführt wurde. Allerdings kann ich mich beim Bedienen der Technik voll und ganz auf meinen Bereich Feldbau verlassen.“

Einfach ein schöner Beruf

Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Nils Fischer in Betrieb und Landwirtschaft heimisch fühlt – zumal er den ländlichen Raum auch privat bevorzugt. „Landwirt zu sein ist einfach ein schöner Beruf. Der Wechsel zwischen Bürotätigkeit und der Arbeit draußen, bei der man täglich die Produktion überblicken kann, sowie die damit verbundene Verantwortung, machen diesen Beruf so spannend.“

Und diese Verantwortung soll, wenn es nach Nils Fischer geht, in den kommenden Jahren möglichst noch größer werden. „Ich würde gern als Geschäftsführer arbeiten“, blickt er voraus und sieht den Generationenwechsel in der Landwirtschaft als eine „Riesenchance“. „Das ist eine ganz andere Motivation für die tägliche Arbeit“, meint er und betont aber gleichzeitig, dass er sie nicht als Automatismus begreift. Nur „wenn man einen vernünftigen Job macht, ermöglicht die Landwirtschaft einem den Aufstieg.“ Und einen vernünftigen Job zu machen ist der Mindestanspruch, den Nils Fischer an sich selbst stellt. Schließlich hat er noch einen guten Teil des Weges vor sich.

Umfrage: Ferkelkastration



Wie steht es um den Wissens- und Qualifikationsbedarf bezogen auf Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration?

Zur Umfrage

ANZEIGE

ANZEIGE

ANZEIGE

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr