Bearbeitung des Agrarantrages

25.04.2018

© Sabine Rübensaat (Montage)

Bleiben wir gleich beim Lob, denn wir können in diesem Jahr den Blick tatsächlich auf einige gute Nachrichten lenken. Da ist vor allem zu erwähnen, dass wir ausnahmsweise nicht vor ein grundsätzlich neues System gestellt sind, sondern „nur“ vor das in Teilen veränderte bisherige. Gut ist weiterhin, dass nunmehr alle gängigen Browser (Edge, Firefox und Chrome) ohne Einschränkungen unterstützt werden. Das spart ebenso Zeit wie der Wegfall der Negativliste beim „aktiven Betriebsinhaber“: Die kruden Abfragen der vergangenen Jahre sind gestrichen! Toll!

 

Hier und da einfacher


Nächster Punkt: Bejagungsschneisen. Auch hier wurde bahnbrechender Bürokratieabbau erreicht. Schläge mit Schneisen werden künftig einfach mit Nutzungscode 177 („Mais mit Blüh- und/oder Bejagungsschneisen“) gekennzeichnet, ein Herumbasteln beim Einzeichnen der Schneisen entfällt. Weiterhin ist eine einheitliche Regelung für die Berücksichtigung von Feldrändern, Pufferstreifen und Waldrandstreifen geschaffen worden: Hier gilt jetzt der ÖVF-Faktor 1,5. Die Größe beträgt einheitlich mindestens 1 m und maximal 20 m; bei Pufferstreifen an Gewässern ist die Ufervegetation neuerdings in die Breite einzubeziehen. Auch für Leguminosen gibt es neue Gewichtungen. Sie erhöhen sich von 0,7 auf 1,0. Neu ist hier, dass Flächen mit Miscanthus (Gewichtung 0,7), mit Silphie (0,7) und Brache mit Honigpflanzen (1,5) als ÖVF angerechnet werden können. Erleichterungen gibt es letztlich beim Zwischenfruchtanbau auf ÖVF. Die Regelung, dass Zwischenfrüchte nicht vor dem 16. Juli ausgesät werden dürfen, entfällt. Wichtig ist nur, dass die Flächen vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember mit Kulturpflanzen bestellt sind und der Aufwuchs bis zum 15. Februar des Folgejahres liegen bleibt.


Überwiegend eine gute Nachricht dürfte auch das Resultat der Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete sein. Fielen bislang 75 % der Agrarflächen Brandenburgs in diese Kategorie, so gibt es nunmehr für rund 80 % der Flächen 25 €/ha an Ausgleichzulage. Die Bindung wird im Antrag wie bisher an zentraler Stelle mit 33 angegeben, der Nachweis der Landwirtschaftlichen Vergleichszahl (LVZ) entfällt. Wegfallen wird auch die Papierwirtschaft für diejenigen Antragsteller, die sowohl Flächen in Brandenburg als auch in einem anderen Bundesland bewirtschaften. Sie müssen ihre Teilflächen nunmehr separat im Agrarantragssystem des anderen Bundeslands erfassen. Der Antrag auf Agrarförderung wird jedoch einzig im Betriebssitzland gestellt.

 

 

Achtung geboten!


Kommen wir nun zu den Dingen, deren Beachtung besonders wichtig ist, da sonst unangenehme Folgen entstehen können. Von den „Erläuterungen und Hinweisen zum Antrag auf Agrarförderung 2018“ war schon die Rede. Sie sind unter lelf.brandenburg.de/sixcms/detail.php/858488 abzurufen. Achtungszeichen gibt es zum Beispiel in Sachen Anbaudiversifizierung: Hier sollen in Bezug auf die Befreiungsregelung (75 % Gras oder andere Grünfutterpflanzen) künftig die Leguminosen einbezogen werden, zu denen nunmehr auch der Bockshornklee und der Schabzigerklee gezählt werden. Dinkel gilt ab jetzt als extra Kultur und zählt nicht mehr zum Weizen. Letztlich entfällt die 30-ha-Grenze bei der Anbaudiversifizierung. Sehr wichtig ist auch, dass die Kontrolle der Mindestbewirtschaftung bereits am 15. November endet. Das bedeutet, Stilllegungsflächen müssen bis dahin gemäht/beräumt bzw. gemulcht sein. Ausnahmen sind beim Amt zu vereinbaren.


Unbedingt zu beachten ist auch, dass ab 1. Januar 2018 ein generelles Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen gilt. Das Verbot erstreckt sich auch auf Leguminosen und schließt die Saatgutbeizung ein.

 

 

Und los geht’s!


Derart mit Kenntnissen über die Weiterentwicklung der Agrarförderung ausgerüstet, sollte der Mut für den Schritt ins Internet gewachsen sein. Unter www.agrarantrag-bb.de findet Bäuerin/Bauer den vorgefertigten Antrag. Dort sind die Nummer des Betriebs (BNRZD) und eine gültige ZID-PIN-Nummer als Passwort einzugeben. Nach der Anmeldung ist bei der Abfrage „Agrarantrag 2018“ anzuklicken. Für die Abarbeitung der einzelnen Punkte gelten die o. g. Hinweise sowie die Liste der Nutzungscodes. Achtung! Aus der Erzeugung genommenes Ackerland erhält dieses Jahr statt 062 die Kennung 591, und Ackerkulturen, die nicht in der amtlichen Liste vorkommen, die 999. Auf den Internetseiten des Landesamtes für Landwirtschaft sind darüber hinaus auch Tipps zum Inet Web Client verzeichnet (http://lelf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.239967.de). Die Feldblockpflege ist noch einmal aktualisiert worden, Stand 28. März. Wie die Ämter betonen, sind alle Hinweise aus dem Winter abgearbeitet. Neue Hinweise sind im Mai möglich, wirken aber erst 2019.


Ach ja, ein wichtiges Novum hätten wir fast vergessen: In den Kartenansichten gibt es einen neuen Layer „Überlappungsflächen mit Nachbarn“, der aktualisiert wird, sobald der Nachbar eine Flächenzeichnung speichert. Das sollte helfen, Doppelbeantragungen früh auszumerzen. Dann wird weder der 15. Mai noch der 11. Juni ein Schreckenstermin, und man kann sich bald wieder auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren – die Herstellung von guten Agrarprodukten.

 

 

 

Fristen unbedingt einhalten!
Auch in diesem Jahr ist die Abgabe des Antrags bis 15. Mai Pflicht.
Zu beachten ist dabei wie eh und je, dass hinsichtlich der Fristwahrung nicht der elektronisch abgeschickte Antrag, sondern der Eingang des Datenbegleitscheins zählt. An fristgerecht eingereichten Anträgen sind dann bis 31. Mai noch die Nachmeldung von Parzellen oder ein Wechsel von Nutzungscodes zulässig. Wer die gesetzten Fristen nicht einhält, dem drohen Abzüge und ab 11. Juni dann sogar die Ablehnung. Bei fristgerecht eingereichten Anträgen läuft bis 19. Juni die Vorabprüfung. Ein Schreiben wird die Agrarverwaltung dazu allerdings nicht mehr aussenden. Insofern ist es ratsam, insbesondere nach dem 11. Juni noch einmal zu prüfen, ob Überlappungen reklamiert sind.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr