Aufklärung tut not

17.03.2015

© Sabine Rübensaat

Forstarbeiter beim Fällen eines Baumes

Kürzlich erhielt der Vorsitzende des Waldbauernverbands Brandenburg und Mitbegründer der Waldbauernschule des Landes, Enno Rosenthal, Post aus dem äußersten Nordosten der Uckermark. Absenderin war die lokale Forstbetriebsgemeinschaft, und dem Brief lag ein Schreiben von Frau M. an die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft bei. Frau M. ist Eigentümerin von ein paar Hektar Wald und längst Rentnerin. Sie ist auf die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft nicht gut zu sprechen, denn die hat sie einfach mal aufgrund ihres Waldbesitzes zur Pflichtmitgliedschaft inklusive deftiger Beitragszahlungen verdonnert. Frau M. schrieb: „Ich bin keine Unternehmerin, ich habe keine Gewinnerzielungsabsicht, keine Maschinen, Arbeitskräfte oder ein Büro und was sonst so ein Unternehmen ausmacht.“ Und sie ergänzt: „Mein Wald ist für mich das, was das Steuerrecht als Liebhaberei einstuft“.

 

Arbeiten, die im Wald erledigt werden müssen, werden von Fremdfirmen geleistet, die ihrerseits natürlich einen entsprechenden Versicherungsschutz haben. Organisiert wird das alles von der Forstbetriebsgemeinschaft, in der Frau M. schon seit vielen Jahren Mitglied ist. Sie ist keine aktive Waldbesitzerin, die ihren Besitz in irgendeiner Form versilbern will. Vielmehr ist ihr einziges Interesse die Wahrung und Pflege des familiären Eigentums. Das aber wird ihr deutlich erschwert. Und nicht nur ihr.

 

Bei Rosenthal, Vorsitzender des Brandenburger Waldbauernverbands, stapeln sich mittlerweile derartige Beschwerden: „Viele unserer Mitglieder sind Kleinwaldbesitzer, für sie ist das Verhalten der Berufsgenossenschaft ein richtiges Problem.“ Nicht wenige würden mit dem Gedanken spielen, sich von dem immer kostspieliger werdenden Eigentum zu trennen.

 

Brandenburg hat zirka 100 000 Waldbesitzer, über 90 % von ihnen nennen nur kleine Flächen um die zwei Hektar ihr Eigen. Und sie sind die Hauptbetroffenen der neuen Regelungen. „Die Forderungen der Berufsgenossenschaft haben die Kleinwaldbesitzer stark verunsichert. Wir haben kürzlich Vertreter von Forstbetriebsgemeinschaften zu einer Informationsveranstaltung unserer Waldbauernschule eingeladen, binnen kürzester Zeit gab es über 40 Interessenbekundungen“, erklärt Rosenthal.

 

Klar auch, dass dieses Thema einen hohen Stellenwert in den aktuellen Wochenendseminaren der Brandenburger Waldbauernschule einnimmt. Bis Mitte April bietet die durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds und das Land Brandenburg geförderte Bildungseinrichtung in 24 Orten ihre bereits traditionellen Frühjahrsschulungen an. Neben den neuen Entwicklungen bei der Berufsgenossenschaft und der Unfallversicherung stehen schwerpunktmäßig auch wieder Praxisthemen auf dem Stundenplan – Jungbestandspflege, Waldbau nichtheimischer Baumarten und Kulturpflege sowie das Jagdrecht. Die Teilnehmergebühr beträgt 35 Euro, die Schulungen sind freitags von 16 bis 19.30 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 15.30 Uhr (www.waldbauernschule-brandenburg.de).

 

Forstförderung: Anträge bis Mitte Mai

Für das Frühjahr ist eine kurzfristige Antragstellung auf Fördermittel nach der Forst-Förderrichtlinie bis 15. Mai möglich. Erster Termin für die Projektauswahl ist der 1. April. Anträge können ab sofort bei der Bewilligungsstelle Forst in Templin eingereicht werden. Die Antragsstellung ist für solche Projekte möglich, deren Realisierung im Frühjahr/Sommer liegt. Das betrifft insbesondere Kultur- und Jungwuchspflegen sowie Maßnahmen des vorbeugenden Waldbrandschutzes. Die Projektumsetzung muss zwingend bis zum 1. August 2015 erfolgen. Für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse können ebenfalls Anträge eingereicht werden, teilte das Potsdamer Forstministerium mit.

Näheres zum Verfahren, zu Formularen sowie weitere Prüftermine unter www.forst.brandenburg.de.

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