Alte Rasse Sattelschwein

18.06.2015

© Wolfgang Herklotz

Eine Streicheleinheit für die Sattelschweinsau Hanni.

Die Kombination dürfte weltweit wohl einmalig sein: Ein Freilandmuseum, das  Landwirtschaft betreibt und gleichzeitig über einen U-Bahnanschluss verfügt. Die Domäne Dahlem im Südwesten Berlins kann jedenfalls damit aufwarten. Was sicherlich  eine Erklärung dafür ist, dass jährlich rund 300 000 Besucher das Eingangstor der Königin-Luise-Straße 49 passieren. Und womöglich auch für die erstaunlich große Zahl an Jugendlichen aus den verschiedensten Regionen Deutschlands, die hier ein Praktikum absolvieren. Nach dem Einsatz im Rinderstall oder auf dem Kartoffelacker raus aus den Arbeitsklamotten und rein in die Metro, um  nur wenige Stationen weiter ins bunte Hauptstadtleben einzutauchen, das ist doch verlockend, oder? Na klar, meint Astrid Masson.


„Wenn die jungen Leute am nächsten Morgen wieder pünktlich auf der Matte stehen und ihre Arbeit gut machen, ist das alles kein Problem.“  Wie auf Bestellung klingelt ihr Handy. Ein Praktikant meldet sich, will wissen, was als nächstes zu tun ist. Kurze Rückfrage von Astrid Masson, ob die Hühner noch ausreichend mit Wasser versorgt sind. „Gut, dann treffen wir uns gleich auf dem Kartoffelacker.“ Zum Häufeln, das auf der Domäne noch traditionell mit Zugrindern gemacht wird, erklärt die 51-Jährige und fügt hinzu: „Mein Hobby.“


Wobei die Fachhochschulabsolventin im gleichen Atemzug darauf verweist, dass auf der Domäne keine Bilderbuchlandwirtschaft von anno dunnemals betrieben wird. Sondern dass es darum geht, den Zusammenhang der Nahrungskette vom Feld bis auf den Teller, von der Urproduktion über Verarbeitung und Vermarktung bis zum Verbrauch darzustellen. Und dafür vom Aussterben bedrohte Rassen zu nutzen, das Rote Höhenvieh und das Pommernschaf ebenso wie das Sattelschwein. Wobei gerade das Borstenvieh mit der markant dunklen Farbgebung von Kopf und Hinterteil eine wichtige Rolle spielt.


Letztendlich war es nämlich diese Rasse, die Astrid Masson vor wenigen Wochen eine keineswegs geplante  Reise zur Landwirtschaftsausstellung Brandenburgs nach Paaren im Glien antreten ließ, um mit einem Pokal im Gepäck von dort zurückzukehren. Was es damit auf sich hat und noch manches mehr erfuhren wir beim Gespräch mit der Züchterin beim Besuch in Dahlem.

 

Das Interview mit Astrid Masson lesen Sie in der BauernZeitung (Ausgabe 25) auf den Brandenburgseiten 6 und 7.

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