Aktionen von Tierschutzaktivisten

11.01.2018

© Sabine Rübensaat

Verbalattacken gegen den Berufsstand: In den kommenden Tagen und Wochen ist wieder verstärkt mit Protestaktionen von Tierschutzaktivisten wie hier vor dem Bundeskanzleramt zu rechnen. Doch auch illegale Stalleinbrüche gehören zum Repertoire.

Auch in diesem Jahr erwarten die Brandenburger Landwirte unmittelbar vor Beginn der Internationalen Grünen Woche (IGW) am 19. Januar Verbalattacken gegen den Berufsstand. Unter dem Deckmantel der Forderung nach artgerechter Tierhaltung, einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft, dem Schutz von Kleinbauern und Verbraucherinteressen werden die Protagonisten von ­PETA und Co. wieder die große Keule gegen die landwirtschaftliche Tierhaltung insgesamt schwingen. Ziel ist die Umerziehung der Menschen und ein politisch verordneter Veganismus.


„Wir müssen in den nächsten Tagen einmal mehr damit rechnen, in der Öffentlichkeit als schlimme Tierquäler diskreditiert zu werden. Leider fallen diese radikalen Ideen mitunter bei urbanen Bevölkerungsgruppen auf fruchtbaren Boden. Grund hierfür ist die zunehmend naturferne Lebensweise vieler Menschen, für die der Genuss eines Steaks von der Vorstellung abgekoppelt ist, dass dafür ein Tier sterben musste. Nicht selten resultiert daraus ein schlechtes Gewissen, das dann von selbsternannten Tierrechtlern in Form von Spenden „gemolken“ wird. Das ist moderner Ablasshandel – gutes Gewissen gegen Spende“, erklärt Dr. Tino Erstling, Pressesprecher des Landesbauernverbandes.
Wir erwarten auch, dass unmittelbar vor Beginn der IGW wiederholt „unerwartet“ Filmaufnahmen von Stalleinbrüchen in den Me­dien auftauchen. So geschehen in den vergangenen Jahren und zuletzt auch am Tag der Vorstellung des Brandenburger Tierschutzplans. PETA hatte einen sechs Monate alten Kurzfilm lanciert, der vermutlich während eines Stall­einbruchs entstand und schwere Vorwürfe gegenüber einem Schweinehaltungsbetrieb in Bärenklau erhob. Von Tierquälerei, schweren Erkrankungen und einem Stall voller Kot war in dem Beitrag die Rede. Die Prüfung der zuständigen Veterinärbehörde am Tag darauf ergab hingegen keine Verstöße bei den Haltungsbedingungen vor Ort. Hatte PETA bei dieser Aktion tatsächlich das Wohl der Tiere im Sinn? Nein, denn dann hätte die Organisation sofort aktiv werden müssen und nicht erst sechs Monate später.  


Brandenburg hat seit Ende 2017 einen Tierschutzplan. Dieser entstand auf der Basis eines Kom­promisses, an dem neben Wissenschaftlern auch das Aktions­bündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg, Landwirte sowie Interessenverbände der Tierzucht und des Tierschutzes beteiligt waren. „Als Berufsstand nehmen wir die Herausforderungen an und sind zu Veränderungen bereit. In diesem Zusammenhang fordern wir jedoch praxistaugliche Lösungen auf der Grundlage von Machbarkeitsstudien und wissenschaftlichen Expertisen. Diese müssen nun in Auftrag gegeben werden und sollten mittelfristig in eine Brandenburger Nutztierstrategie einfließen. Radikalen und realitätsfernen Positionen erteilen wir eine klare Absage“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.

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