Agricola geht nach Karstädt

06.01.2015

© Manfred Drössler

Beim Fachsimpeln: Ausbildungsverantwortlicher Jan Milatz und Marcel Bolzmann, Auszubildender im 2. Lehrjahr.

Qualifikation im Job – eine nachhaltige Aufgabe“: Unter diesem Motto stand im Dorint Hotel Potsdam der 4. Landwirtschaftliche Unternehmertag der Volks- und Raiffeisenbanken Ende vergangenen Jahres. In diesem Rahmen lobten die VR Banken zum zweiten Mal für vorbildlich wirtschaftende Agrarbetriebe in der Region Berlin/Brandenburg den Nachhaltigkeitspreis „agricola 2014“ aus. Als Sieger wurde die Agrargenossenschaft Karstädt eG gekürt.

 

„Die Auszeichnung hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Wir waren angenehm überrascht. Es zeigt uns auch, dass wir auf dem richtigen Wege sind“, sagte der Leiter der Pflanzenproduktion der Agrargenossenschaft Karstädt eG, Jan Milatz. Er hatte sich per Bus, den die VR-Bank Prignitz organisierte, mit  vielen Vertretern der Prignitzer Landwirtschaft auf den Weg nach Potsdam  gemacht. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und  Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes, waren zugegen.

 

Vor allem ihre hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten und die Nachwuchskräftesicherung brachte den Karstädtern  den Preis ein. Dabei handelt es sich um eine Skulptur sowie um einen Scheck in Höhe von 3 500 Euro. Vorstand Lothar Pawlowski, Jan Milatz und die Leiterin der Tierproduktion, Sabine Ziebart, sind als Absolventen der Ausbildereignungsprüfung für die Lehrlinge zuständig. Der Betrieb  bildet zum Landwirt und Tierwirt sowie zur Fachkraft für Agrarservice aus.  „Unser Ziel ist es, jungen Leuten aus der Region eine Ausbildungsmöglichkeit und auch später einen Arbeitsplatz zu geben, damit sie in der Prignitz bleiben“, so Milatz. Und das Konzept geht auf.

 

Zwei ehemalige Lehrlinge absolvierten inzwischen bereits die Meisterschule. Jeder hat durch Ausbildung und Qualifikation die Chance, auch in leitenden Positionen zu arbeiten.  Von den drei Lehrlingen, die im Sommer fertig wurden, übernahmen die Karstädter einen, einen weiteren vermittelten sie zu einem anderen Betrieb, und der dritte begann ein Studium. „Als Unternehmen haben wir die Aufgabe und Verpflichtung, den Standort Prignitz zu festigen“, so der Pflanzenbauchef.

 

Derzeit beschäftigt die Agrargenossenschaft 50 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende. „Von einem dritten mussten wir uns nach der Probezeit trennen. Die Chemie stimmte  nicht“, sagte Jan Milatz.

 

Haupt-Produktionszweig ist die Milchproduktion. Der Betrieb hat 1 300 Milchkühe, die rund 12 Millionen Kilogramm Milch im Jahr geben, 1500 Jungrinder, 300 Mutterkühe und 3 530 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Karstädter  beziehen sämtliche Futtermittel aus der Eigenproduktion oder aus der Region.  Unterstützt wird die Agrargenossenschaft von der VR-Bank  Prignitz und dem Kreisbauernverband Prignitz. Sie waren es auch, die  die Karstädter für den „agricola 2014“ vorgeschlagen haben. 

 

„Das allein macht uns schon stolz“, so Milatz.  Die elf VR-Banken in Brandenburg und die Berliner Volksbank hatten zusammen mit den Kreisbauernverbänden im Vorfeld Agrarbetriebe gesucht, die hinsichtlich ihrer beruflichen Bildung, Nachwuchsgewinnung, Karrierechancen oder Unternehmensnachfolge in vorbildlicher Weise  zukunftsorientierte Wege gehen.

 

Neben den Karstädtern waren die Agrargenossenschaft Neuzelle eG (2. Platz/Oder- Spree)  sowie die Agrar GmbH Grüneberg,  Löwenberger Land (3. Platz/Oberhavel), nominiert.

 

 

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