Agrarumweltprogramme

21.07.2017

© Sabine Rübensaat

Die Auszahlungen in den Agrar­umweltprogrammen für Antragsteller aus dem Land Brandenburg erreichen 2017 einen neuen Rekordwert. Wie das Agrar- und Umweltministerium mitteilt, wurden in den vergangenen Wochen insgesamt 46,5 Mio. € für die Umsetzung der Förderprogramme in den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, dem ökologischen Landbau sowie für Natura 2000 – das größte Naturschutzprogramm der EU – ausgezahlt.


Im Dreiklang der Fördermaßnahmen ist der ökologische Landbau eine feste Größe und wird mit rund 24,7 Mio. € unterstützt. Rund 17,8 Mio. € fließen in die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, und weitere 3,8 Mio. € werden für den Ausgleich von Nutzungseinschränkungen in den Natura-2000-Gebieten gezahlt.

 

Unterstützung der Biobauern


Der Anstieg deckt sich auch mit dem weiter wachsenden Anteil der Flächen im ökologischen Landbau. Das finanziell umfangreichste Programm mit Umweltbezug ist die Förderung der Biobauern. Sie erhalten neben der Förderung, die alle Landwirte beanspruchen können, eine Unterstützung aus öffentlichen Geldern für den mit dem Ökolandbau verbundenen Mehraufwand. Minister Jörg Vogelsänger kündigte erneut an, diese Förderung weiterhin sicherzustellen: „Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn auch im Agrar- und Umweltbereich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden.“ Da Brandenburg mit den von der EU zur Verfügung gestellten Fördermitteln auskommen muss, konfrontiert dies das Land alljährlich mit  großen Herausforderungen.


Mit 145 812 ha ökologischer Anbaufläche ist nach Auswertung des Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums im Land in diesem Jahr auch der höchste Wert seit der statistischen Erhebung der Anbauzahlen erreicht worden. Die über das Programm Ökologischer Landbau geförderte Fläche liegt unterhalb der tatsächlich ökologisch bewirtschafteten Fläche, da auch andere Förderprogramme bereitstehen, wie die Grünlandextensivierung oder moorschonende Stauhaltung.

 

Aktiver Schutz der Gewässer


Wer sein Grünland besonders extensiv bewirtschaftet (Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pflanzenschutz) erhält für den damit verbundenen Ertragsausfall eine Prämie in Höhe von 140 €. In definierten Gebieten des Gewässerschutzes gibt es einen Zuschlag von 50 €/ha, wenn insgesamt auf Düngung verzichtet wird. Das ist aktiver Gewässerschutz. Für die Pflege von Flächen mit Schafen und Ziegen auf extensiv genutztem Grünland gibt es einen Weidezuschlag von 50 €/ha. Brandenburger Heiden und Trockenrasen werden ebenfalls mittels Beweidung gepflegt. Der Ausgleich beträgt bis 294 €/ha.

 

Bestimmte Nutzungstermine


Die Einhaltung verschiedener Nutzungstermine wurde auf rund 27 000 ha beantragt und ist ein Beitrag zum Schutz von Brutvögeln, Amphibien und seltenen Pflanzen. Erstmalig wurde in diesem Jahr die Prämie für moorschonende Stauhaltung ausgezahlt. Auf 395 ha wird, einmalig in Deutschland, eine Bewirtschaftung durchgeführt, die zum Erhalt der Moore auf Grünland beiträgt. Zum Erhalt von Moorflächen trägt auch die Umwandlung von Ackerland in extensives Grünland auf rund 100 ha bei. Mittelbar für die touristische Vermarktung von Brandenburgs bekanntester Reiseregion wirkt sich ein kleines Sonderprogramm aus. Landwirte im Spreewald erhalten 170 574 €, um die in diesem Flussdelta typische Landbewirtschaftung zu gewährleisten.

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