Agrarstrukturerhebung

29.03.2016

© Sabine Rübensaat

Agrarstrukturerhebung: Auskunft in eigenem Interesse

In diesem Jahr wird in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine Agrarstrukturerhebung in der Land- und Forstwirtschaft durchgeführt. In der Bundesrepublik Deutschland und damit auch in Berlin und Brandenburg startet sie im Frühjahr 2016. Dazu  werden ausgewählte Themen mit großer sachlicher Breite und regionaler Tiefe erhoben.


Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wird alle Brandenburger und Berliner Agrarbetriebe, die bestimmte Erfassungsgrenzen erreichen, befragen. Betriebe, die lediglich Forstflächen bzw. Flächen mit schnell wachsenden Baumarten (Kurzumtriebsplantagen) bewirtschaften, erhalten einen verkürzten Fragebogen.


Themen der Agrarstrukturerhebung sind unter anderem Fragen zur Bodennutzung und zu Tierbeständen, zu Eigentums- und Pachtverhältnissen, zum ökologischen Landbau, zu Arbeitskräften und Berufsbildung, zu ausgewählten Bodenverarbeitungs- und Erosionsschutzverfahren, Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau, Wirtschaftsdünger sowie zum Gartenbau. In Berlin und Brandenburg werden Daten in ca. 5 400 Landwirtschaftsbetrieben und in 2 500 forstwirtschaftlichen Betrieben erhoben, wobei Letztere nur einen deutlich verkürzten Fragebogen ausfüllen müssen.


Die Durchführung der Erhebung ist gesetzlich angeordnet. Sie basiert national auf dem Agrarstatistikgesetz, in welchem auch die Durchführung dieser Erhebung mit Auskunftspflicht angeordnet ist. Auf europäischer Ebene ist die Erhebung in der Verordnung (EG) 1166/2008 geregelt. Das Statistikamt nutzt – soweit möglich – Verwaltungsdaten. So werden die Angaben zur Bodennutzung aus dem „Antrag auf Agrarförderung“ und die Rinderbestände aus dem Herkunfts- und Informationssystem für Tiere (HIT) übernommen. Um Doppelbefragungen von Betrieben zu vermeiden, sind andere Erhebungen wie Produktionsgartenbau und Bodennutzungshaupterhebung in die aktuelle integriert.


Neu ist, dass erstmals die Onlinemeldepflicht (Bundesstatistikgesetz § 11a (2)) gilt. Das bedeutet, dass die Betriebe ihre Angaben mittels Onlinefragebogen an das Statistikamt melden sollen. Dazu erhalten die Betriebe ein Schreiben vom Amt für Statistik, welches die Internetadresse, eine Benutzerkennung und Passwort sowie Ausfüllhilfe und Ansprechpartner enthalten. Der Fragebogen wird dann im Internet unter www.idev.nrw.de bereitstehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: direkter Zugriff auf den Fragebogen, Eingabehilfen und automatische Prüfmechanismen bei fehlerhafter Meldung.


Die erhobenen Daten unterliegen der statistischen Geheimhaltung. Damit wird eine anderweitige Verwendung strikt verhindert. Eine Weitergabe an andere Behörden für Steuer- bzw. andere Kontrollzwecke ist garantiert ausgeschlossen.


Ziel der Erhebung ist es vor allem, den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu erkennen und zu dokumentieren. Die Ergebnisse werden in Entscheidungen und Maßnahmen von Staat, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft auf nationaler und internationaler Ebene einfließen.


Nicht zuletzt sind die Ergebnisse ein wichtiger Faktor für die Halbzeitbewertung der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union.


Um die Ergebnisse den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung sowie einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen zu können, werden thematische Tabellen erstellt und in statistischen Berichten veröffentlicht. Dar­über hinaus werden Pressemitteilungen herausgegeben und die Ergebnisse in Datenbanken des Amtes für Statistik geladen. Diese stehen auf den Internetseiten des AfS unter www.statistik-berlin-brandenburg.de sukzessive ab Mitte 2017 zur Verfügung.


Die Mitarbeiter des Amtes für Statistik  bedanken sich schon jetzt für die Unterstützung und das Verständnis der Auskunft Gebenden. 

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