Agrarstrukturerhebung 2016

10.02.2017

© Wolfgang Herklotz

Mehr als die Hälfte des Ackerlandes wurde mit Getreide bestellt, bei dem im Vorjahr noch der Roggen dominierte.

Nach ersten Ergebnissen aus der Agrarstrukturerhebung 2016 gab es in Brandenburg 5 400 landwirtschaftliche Betriebe, die rund 1,318 Mio. ha landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) bewirtschafteten. Das waren nach Mitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg jeweils 0,3 % mehr Betriebe und Fläche als zur letzten Erhebung im Jahr 2013.


3 800 landwirtschaftliche Betriebe wurden als Einzelunternehmen (Familienbetrieb) geführt (2013: 3 700 Betriebe), 620 Betriebe gehörten zur Rechtsform einer Personengesellschaft/-gemeinschaft (2013: 690 Betriebe), und 1 000 Betriebe waren wie vor drei Jahren in der Hand einer juristischen Person. 51 % der Familienbetriebe wurden im Nebenerwerb geführt, das heißt, das erzielte Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion war kleiner als 50 % der betrieblichen Gesamteinkünfte. 2013 lag dieser Anteil noch bei 57 %.


Die durchschnittliche Betriebsgröße blieb mit 240 ha gegenüber 2013 konstant. Ein Fünftel der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaftete weniger als 10 ha LF, weitere 42 % zwischen 10 und 100 ha und 32 % zwischen 100 bis 1 000 ha. Sechs Prozent der Betriebe verfügen über 1 000 ha LF und damit über 45 % der LF im Land Brandenburg.


Die ackerbauliche Flächennutzung hat sich gegenüber 2013 nicht geändert. 52 % des Ackerlandes wurden mit Getreide bestellt (darunter ein Drittel mit Roggen), 25 % mit Futterpflanzen, 16 % mit Handelsgewächsen (darunter 90 % mit Winterraps), und vier Prozent der Ackerflächen waren der Brache zuzuordnen. 44 % des Ackerlandes unterlagen einer wendenden Bodenbearbeitung (Pflügen). Im Jahr 2015 wurden 8,3 Mio. m³ flüssiger und knapp 2,3 Mio. t fester Wirtschaftsdünger auf den Acker- und Grünlandflächen des Landes ausgebracht.


2016 wie auch schon 2013 wirtschafteten 650 Betriebe nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Das waren zwölf Prozent aller Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe. Diese Betriebe verfügten über gut zehn Prozent der LF (136 500 ha). 2013 waren es noch 137 700 ha. Während konventionell arbeitenden Betrieben im Durchschnitt 248 ha zur Verfügung standen, waren es bei den Ökobetrieben 210 ha.


2016 waren 67 % der LF Pachtflächen (880 800 ha), und 70 % der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten Pachtflächen. Damit setzt sich der Trend des Pachtflächenrückganges weiter fort. Im Jahre 1999 waren noch 89 % der LF Pachtflächen. Die Pachtentgelte erreichten 2016 neue Höchstwerte. Im Durchschnitt zahlten die Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe 144 €/ha LF (2013: 121 €/ha). Für einen Hektar Ackerland waren 156 € zu entrichten (2013: 131 €/ha), und für Dauergrünlandflächen waren mit 104 €/ha erstmals mehr als 100 €/ha Pachtentgelt zu bezahlen (2013: 90€/ha).


Zum Stichtag 1. März 2016 befassten sich 3 800 Landwirtschaftsbetriebe Brandenburgs mit Tierhaltung. In diesen Betrieben gab es insgesamt 532 000 Rinder, 803 000 Schweine und 78 000 Schafe. Der Bestand an Hühnern umfasste gut 8,4 Millionen Tiere, von denen 3,5 Millionen den Legehennen und 4,4 Millionen den Masthühnern zuzurechnen sind. Bei den Truthühnern wurden 1,2 Millionen Tiere und bei den Enten knapp 500 000 Tiere erfasst. Während es im Vergleich zu 2013 bei den meisten Tierarten kaum größere Veränderungen gab, war bei den Enten ein deutlicher Rückgang festzustellen (2013: 808 000 Stück).


In den landwirtschaftlichen Betrieben Brandenburgs waren rund 38 900 Personen beschäftigt (2013: 39 400), davon 15 900 in Vollzeit. Etwa ein Drittel aller in der Landwirtschaft beschäftigten Personen waren Frauen. 15 700 Arbeitskräfte waren als Saisonarbeitskräfte angestellt, teilte das Landesamt für Statistik weiter mit.

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