Agrarinvestitionsförderung: Messlatte wird höher gelegt

17.07.2014

© Sabine Rübensaat

Förderungen soll nur der erhalten, der in das Tierwohl investieren will.

Auch in der neuen EU-­Förderperiode können Landwirte in Brandenburg Unterstützung im Rahmen der Investitionsrichtlinie für Ställe und Anlagen zur Tierhaltung beantragen. Künftig wird es in der Tierhaltung nur noch eine sogenannte Basisförderung mit einem Zuschuss von 20 % sowie eine Premiumförderung mit 40 % Zuschuss geben. Sowohl in der Basis- als auch in der Premiumförderung müssen die Antragssteller nachweisen, dass ihre Bauvorhaben über die gesetzlich geforderten Haltungsstandards hinausgehen.

Die Basisförderung von 20 % ist wie bereits in der letzten Förderperiode an einen erhöhten Standard über die Auflagen des Tierschutzgesetzes beziehungsweise der Nutztierhaltungsverordnung geknüpft. Als Anreiz, aber auch als Ausgleich erhöhter Kosten für mehr Platz oder mehr Auslauf gewährt das Land eine Premiumförderung von    40 % für besonders tiergerechte Haltung. Flächenlose Tierhalter haben danach keine Chance auf Förderung.

Zunächst muss Brandenburg über die Europäische Kommission seinen Förderfahrplan für die kommenden Jahre genehmigen lassen. Sobald für den Plan für die Entwicklung des ländlichen Raumes in Brandenburg und Berlin (EPLR) die Zustimmung erteilt ist, können die vorbereiteten Förderprogramme in Kraft gesetzt werden. Nach den Planungen könnte dies im Herbst geschehen.

Für die Agrarinvestitionsrichtlinie will Brandenburg bis 2020 118,7 Millionen Euro einsetzen. Im Rahmen dieser Richtlinie kann für die Schaffung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten ein Zuschuss gewährt werden. Die Möglichkeit der Förderung von Maßnahmen zur Schaffung zusätzlichen außerlandwirtschaftlichen Einkommens wird vor allem in den Bereichen Landtourismus, Dienstleistungen und Einzelhandel genutzt werden.  Erwartet werden aber auch wieder Anträge von Tierhaltern, insbesondere im Bereich der Milchviehhaltung. Diese Unternehmen verbessern mit Investitionen ihre Wirtschaftlichkeit mit Blick auf den Wegfall der Milchquote 2015. Schwerpunkte dabei sind ein hoher Standard bei den Haltungsbedingungen, die Erneuerung der Melktechnik sowie mobile Technik zur Versorgung mit Futter.

In der Schweine- und in der Geflügelmast sind im Falle der Förderung besonders hohe Anforderungen zu erfüllen.  Bei Mastschweinen ist für je sechs Tiere eine Tränke bereitzustellen. Die Buchten müssen so groß und so gestaltet sein, dass sie in einen Fressbereich, Liegebereich und Bewegungs-/Abkotbereich strukturiert werden können. Für Zuchtläufer und Mastschweine muss eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen. Diese muss mindestens 20 % größer sein als nach der Tierschutznutztierhaltungsverordnung vorgeschrieben. Der Liegebereich muss ausreichend mit trockener Einstreu versehen werden oder mit Tiefstreu versehen werden können beziehungsweise mit einer Komfortliegefläche ausgestattet sein. Dabei müssen im Stall für alle Tiere zugänglich mindestens drei verschiedenartige, manipulierbare Beschäftigungselemente bereitstehen. Geeignet hierfür sind Holz an Ketten, eine besondere Fütterungstechnik, die die Dauer der Futteraufnahme beim Tier ausdehnt und eine Beschäftigung induziert, Strohraufen oder vergleichbare Elemente. Für Anträge in der Eber-, Zuchtsauen- und Ferkelhaltung gelten vergleichbar hohe Anforderungen, teilte das Agrarministerium mit.

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