Afrikanische Schweinepest

28.05.2018

© Sabine Rübensaat

Die Gefahren der Afrikanischen Schweinepest (ASP) für schweinehaltende Betriebe in Brandenburg sind weiterhin groß. Darüber waren sich die hochrangigen Experten, die auf Einladung des Bildungsvereins der Landwirtschaft, des Landesbauernverbandes und des Landestierarztes mit Landwirten aus allen Regionen Brandenburgs in der Heimvolkshochschule am Seddiner See zusammenkamen, einig.


Auch wenn Deutschland bisher von der Seuche verschont geblieben ist, bleibe die Gefahr der Einschleppung nach Brandenburg hoch, zumal sich die für Haus- und Wildscheine meist tödlich verlaufende Tierseuche immer näher in Richtung unserer Landesgrenzen ausbreitet. Für die Verbraucher ist die ASP ungefährlich.

 

Standby-Verträge abgeschlossen


Ein besonderes Risiko für die Einschleppung stellt der Faktor Mensch dar. Insbesondere die bevorstehende Urlaubssaison birgt die Gefahr, dass Osteuropareisende infizierte Fleisch- und Wurstwaren nach Brandenburg einführen und im Zweifelsfall unsachgemäß entsorgen. Über diesen Weg könnten sich Wildschweine infizieren und die Seuche in Brandenburg verbreiten.


Bereits ein ASP-Fall im Wildschweinbestand hätte – ohne dass ein Hausschwein betroffen ist – erhebliche Konsequenzen für Schweinehalter. Selbst bei einem regional begrenzten Seuchengeschehen würde Deutschland von vielen Ländern für den Export von Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnissen gesperrt werden. Dramatisch wären damit auch die wirtschaftlichen Folgen in den vor- und nachgelagerten Bereichen.


Für den Seuchenfall in Hausschweinbeständen, so die anwesenden Sachverständigen, ist Brandenburg so gut wie möglich vorbereitet. In diesem Zusammenhang wurden bereits sogenannte Standby-Verträge mit Spezialfirmen geschlossen, die im Ernstfall betroffene Bestände töten, fachgerecht entsorgen und danach die Stallungen reinigen sowie desinfizieren. Aus der Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg stehen bei Seuchenausbruch in einem Hausschweinbestand die durch Tierhalter eingezahlten Mittel zur Verfügung. Dabei wird auf Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen der Tierverlust, im Sinne des marktüblichen Wertes, ausgeglichen. Darüber hinaus halten spe­zielle Anbieter ergänzend maßgeschneiderte Versicherungslösungen bereit, die weitere Betriebsausfälle kompensieren sollen.

 

Verfütterungsverbot von Speiseabfällen


Dr. Stephan Nickisch, Landestierarzt Brandenburg, lenkte die Aufmerksamkeit insbesondere auf die strikte Umsetzung und Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in schweinehaltenden Betrieben. Dazu zählen die Einhaltung aller Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung, die Vermeidung des direkten und indirekten Kontaktes zwischen Haus- und Wildschweinen sowie konsequente Hygienemaßnahmen, einschließlich der Reinigung/Desinfektion von Fahrzeugen unmittelbar nach jedem Transport. Die Einhaltung des Verfütterungsverbotes von Speiseabfällen an Schweine besitzt eine hohe Priorität, wurde auf der Veranstaltung am Seddiner See deutlich. Besondere Bedeutung bei der Vorbeugung und Früherkennung der ASP kommt den Jägerinnen und Jägern zu. Hier sind sowohl die intensive Bejagung der Schwarzwildbestände als auch verstärkte Aktivitäten beim Auffinden verendeten Schwarzwildes zu nennen. 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr