25 Jahre Brandenburger Landfrauenverband

13.10.2017

© Wolfgang Herklotz

Wenn ein Verband sein Jubiläum feiert, gibt es viel zu erzählen. Vom Treffen in der Potsdamer Villa Kellermann am Heiligen See beispielsweise, wo Barbara Groß, Gisela Müller, Jutta Quoos, Hanna Mellies, Carola Hoxberger und weitere Mitstreiterinnen im Oktober 1992 den Brandenburger Landfrauenverband  aus der Taufe hoben. Das Ziel war klar: Den Frauen im ländlichen Raum eine starke Stimme geben und sich für ihre Interessen einsetzen. Was aber zu jener turbulenten Zeit nach der Wende einfacher gesagt als getan war. Wenn der Verband heute mehr als 1 100 Mitglieder zählt, organisiert in neun Kreisverbänden und mehr als 50 Ortsgruppen, ist das schon eine Erfolgsgeschichte für sich. „Es sind gerade diese Frauen vor Ort, die in all den Jahren eine engagierte, ehrenamtliche  Arbeit geleistet und den Verband zu dem gemacht haben, was er heute ist!“


Dies betonte Jutta Quoos, die Vorsitzende des Brandenburger Landfrauenverbandes, am vergangenen Sonnabend auf dem Spargelhof in Schäpe bei Beelitz. Hier begingen rund 100 Frauen, unter ihnen viele Gründungs- und Ehrenmitglieder sowie Gäste, das 25-jährige Bestehen der Interessenvertretung, die sich zum größten Frauenverband im ländlichen Raum Brandenburgs entwickelt hat.

 

Große Bandbreite


Jutta Quoos nutzte die Gelegenheit, um die Leistungen der einzelnen Kreisverbände auf ebenso nachdenkliche wie humorvolle Weise Revue passieren zu lassen. Dabei wurde die große Bandbreite deutlich, die von Bildungs- und Beratungsangeboten über Brauchtumspflege bis zur politischen Einflußnahme geht.


„Wir mischen uns ein, auch und gerade in dieser Zeit des politischen Rechtsruckes, wo ein antiquiertes Frauenbild propagiert wird!“ Ganz in diesem Sinne hatten die Brandenburger Landfrauen die Forderungen des Deutschen LandFrauenverbandes zur  diesjährigen Bundestagswahl  mit einem eigenen Anschreiben untersetzt. Zur Bilanz gehören vielfältige Projekte, um mit den Menschen im ländlichen Raum zur Demokratiestärkung und Überwindung des Fremdenhasses ins Gespräch zu kommen. Aktuell engagieren sich die Brandenburger Landfrauen gemeinsam mit denen aus  Mecklenburg-Vorpommern für Befragungen und Workshops, um die Zukunft der Landfrauenverbände zu sichern. So gehen sie der Frage nach, ob typische Vereinsstrukturen heute noch zeitgemäß sind, und wie Menschen einbezogen werden können, die sich zwar ehrenamtlich betätigen, aber nicht an Vereine binden möchten. Absatzförderung, onkologische Versorgung oder Bildungsprojekte sind weitere Felder, auf denen die Landfrauen aktiv sind.


„Ihre Markenzeichen sind Bodenständigkeit, ein kritischer Blick auf Unzulänglichkeiten und das Bemühen, Dinge zu verändern“, hob Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, hervor. Beruf, Familie und Ehrenamt zu vereinen sei schwierig. Aber ohne den Einsatz der Landfrauen wäre es um den ländlichen Raum schlecht bestellt. Dies betonten ebenso Agrarminister Jörg Vogelsänger, LBV-Präsident Henrik Wendorff und Almuth Hartwig-Tiedt, Staatssekretärin im Arbeits- und Sozialministerium. Auch Landtagspräsidentin Britta Stark hatte es sich nicht nehmen lassen, nach einer Landespräsentation in London direkt nach Schäpe zu kommen und die Leistungen der Landfrauen zu würdigen.  


„Die Landfrauen haben in hohem Maße dazu beigetragen, dass Brandenburg heute ein lebens- und liebenswertes Bundesland ist.“ Diese Einschätzung traf Ministerpräsident Dietmar Woidke in einem Grußschreiben, das auf der Veranstaltung verlesen wurde. „Herzlichen Dank für Ihre großartige Arbeit. Feiern Sie kräftig, Sie haben es sich verdient!“

 

Begeisterung steckt an


Davon machten die Mitglieder und Gäste regen Gebrauch. Zuvor  aber wurden noch drei Landfrauen für ihre besonders engagierte Arbeit geehrt. Die Ehrennadel des Verbandes ging an Kornelia Hurttig, Vorsitzende der Ortsgruppe Weseram, Marianne Knappe, Vorsitzende der Ortslandfrauen Bochow, und Ursula Redmer vom Kreislandfrauenverein Oberhavel.  Diese Frauen sind seit vielen Jahren auf den verschiedensten Gebieten aktiv. So wird Kindern im Rahmen von Projekttagen gezeigt, mit welcher Sorgfalt regionale Lebensmittel erzeugt werden. Vorträge und Buchlesungen bereichern ebenso das Dorfleben wie das Binden von Erntekronen. „Ihr Optimismus und Ideenreichtum, Ihre herzliche Art und Ihre Begeisterung stecken einfach an“, betonte die Verbandsvorsitzende Jutta Quoos.

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