20 Jahre LAB

01.10.2012

Bewegte Zeiten waren das, als die LAB vor 20 Jahren gegründet wurde, erinnerte sich Udo Folgart in seiner Festrede. Der Präsident des Landesbauernverbandes, in Personalunion auch Vorsitzender des Aufsichtsrates der LAB, sprach die gesellschaftlichen Umbrüche Anfang der 90er Jahre an, in denen Agrarberatung für die Vermögensklärung, Umstrukturierung und Neugründung der Unternehmen geradezu unabdingbar gewesen sei. In den späten 90er und 2000er Jahren dann habe die LAB die Betriebe wirksam in der Konsolidierungsphase unterstützt, obwohl seit 2001 die staatliche Beratungsförderung praktisch auf null gesetzt worden ist. Seinen Dank für die geleistete Arbeit richtete Udo Folgart daher nicht nur an das heute arbeitende Team um Geschäftsführer Dr. Matthias Platen, sondern auch an all die Kollegen, die die LAB seinerzeit aufgebaut und unter schwierigsten Bedingungen zum Nutzen der Agrarbetriebe Brandenburgs entwickelt haben. In besonderem Maße gilt das für den früheren Geschäftsführer Prof. Dr. Dieter Priebe, den die Tagung mit großem Beifall begrüßte. „Viele Landwirte in Brandenburg erinnern sich heute noch mit Hochachtung an seine Tätigkeit“, so Dr. Platen in seiner Ansprache. Priebe habe die Grundlagen dafür gelegt, dass sich die LAB heute als ein modernes Beratungsunternehmen präsentieren kann und auf einer ausgesprochen breiten und stabilen Basis von 14 Verbänden steht. Effizient organisierte zentrale Dienste bilden die Grundlage der fachlichen Arbeit, und zehn Beratungsbüros in den Regionen von der Prignitz bis zum Spreewald sichern die notwendige Nähe zu den rund 1 000 Klientenbetrieben. Zum über 30 Kollegen umfassenden Fachkräfteteam gehören heute neben Betriebswirten und Agrartechnologen auch Architekten, Baubetreuer, Techniker, Spezialberater, Gutachter und Sachverständige.


Die Dienste dieser Spezialisten stehen, darauf legt Dr. Platen besonderen Wert, keineswegs nur Großbetrieben zur Verfügung. „Auch viele Wiedereinrichter verdanken ihre Betriebsgründung der LAB, Familienbetriebe und Personengesellschaften finden hier ebenso Unterstützung wie GmbH-Betriebe. Selbst für sanierungsbedürftige Unternehmen erweist sich die LAB immer wieder als rettende Unterstützung“, so Dr. Platen. Im Vordergrund der Tätigkeit stünden allerdings betriebliche Umstrukturierungen und vor allem Qualitätsmanagement sowie die Investitionsvorbereitung. Dabei spiele die Zusammenarbeit mit allen einschlägigen Einrichtungen des Landes Brandenburg eine große Rolle. Entsprechend erfreut war das LAB-Team daher auch über die Grußworte des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, der Industrie- und Handelskammer und der Humboldt-Universät zu Berlin.


Einen sehr nachdenklichen Vortrag hielt der frühere Dekan deren Landwirtschaftlich-Gärtnerischer Fakultät, Prof. Dr. Dr. Ernst Lindemann. Ausgehend von den Tendenzen der Weltagrarentwicklung, machte er mögliche Folgen für die Landwirtschaft des Landes Brandenburg deutlich und appellierte an die Bauern und Agrarunternehmer, den Strukturwandel als Chance zu begreifen und ihn nach Möglichkeit eher aktiv zu gestalten als abzuwarten, was die Brüsseler Agrarstrategen beschließen werden.


Den Blick weit über Landes- und Zeitgrenzen hinaus lenkte auch die Künstlerin Solveig Wehsener mit ihrer von der Expo her bekannten Ballade „You can believe“ aus dem Musical „The globalization saga – Balance or Destruction“. So richtete sie den Blick der Gäste auf die Weltökologie – eine stille, aber bestimmte Aufforderung, immer wieder das Wirken unseres täglichen Tuns zu hinterfragen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. – Die Frau könnte Agrarberaterin werden! BZ

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