14. RBB-Bullenauktion in Groß Kreutz

27.03.2015

© Dagmar Kinter

Qualität setzt sich durch: die erfolgreichsten Bullen der Rassen Limousin, Charolais, Fleckvieh und Uckermärker.

Zum 14. Mal öffnete das Vermarktungszentrum in Groß Kreutz seine Tore für die Bullenauktion. Mit 93 aufgetriebenen Bullen wurde eine neue Bestmarke erreicht. Mit dieser Stückzahl ist Groß Kreutz der zweitgrößte Auktionsstandort für Fleischrindbullen in Deutschland. Rund 95 % der ein- bis zweijährigen Bullen sind genetisch hornlos, davon über 40 % (ohne Angus) homozygot (reinerbig) hornlos getestet! Dieses gefragte Selektionsmerkmal kann in diesem Umfang kein anderer Auktionsstandort in Deutschland bieten. Zur Körung am Vortag wurden die bestens vorbereiteten und führigen Bullen von den 30 beschickenden Betrieben im Vorführring präsentiert. Gekört wurden die Bullen in zwei Ringen von einem Zuchtinspektor der RBB GmbH und einem Züchter der jeweiligen Rasse. Erstmals wurde die Siegerauswahl in den Rasseblöcken auf den Auktionstag verlegt.

 

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Bullen der Rasse Charolais wurde auch das Auktionslot dieser Rasse in diesem Jahr etwas aufgestockt. In sechs Klassen wurden die 25 aufgetriebenen Bullen gerichtet.

 

Die Qual der Wahl

Leistungsstark und ausgeglichen präsentierten sich die Bullen im Ring, was die Wahl eines Siegerbullen aufgrund der hohen Qualität in der Spitze sehr erschwerte. Letztendlich konnte der junge Hoffnungsträger „Hercules Pp“ aus der Zucht von Peter Ohly, Putlitz, den Siegertitel erringen. Der typstarke, sehr gut und gleichmäßig bemuskelte Hector Pp-Sohn bewegt sich auf tadellosem Fundament. Reservesieger wurde der im Juli 2013 geborene „Hedon PP*“ (Hero Pp x Undo). Der sehr kompakte Bulle mit viel Rassetyp, der gewünschten Knochenstärke und hervorragender Bemuskelung stammt aus der AG Hohennauen eG. Mit einem Zuschlagpreis von 4 800 Euro war der Bulle „Bellini Pp*“ von Brigit Wache der teuerste Bulle dieser Rasse. Dieser interessant gezogene Youngster (KMU KiMu Bernd PP x Sikko PP*) kommt in einem Brandenburger Zuchtbetrieb zum Einsatz. Auch die RBB GmbH nutzte die Chance und sicherte sich den homozygoten „Horatio Pp*“ für die Besamung. Dieser typstarke und enorm tief gestellte Halbbruder zum Siegerbullen verbindet die bewährten Linien Hector Pp* ­(Heros P) und Matz PP* in bester Weise.

 

Bei der Rasse Limousin war der top-bemuskelte (Höchstnote 9) „Toni Pp“ (Tom x Raul P) von ­Rosi und Georg Mendler, Berlin, unschlagbar. Der mit viel Rassetyp ausgestattete Bulle zeigte sich enorm entwickelt im Ring und wird zukünftig in Niedersachsen eingesetzt werden. Den Reservesieg errang der homozygot hornlose Tigris-Sohn „Tito PP“ (Kat. Nr. 68) von Steffen Panzner. Dieser Bulle überzeugte in allen Merkmalen und wurde daher mit den Noten 8/8/8 belohnt. Mit einem Zuschlagpreis von sagenhaften 6 500 Euro war „Tito PP“ teuerster Bulle des gesamten Auktionslotes. Insgesamt wurden zehn Bullen dieser Rasse aufgetrieben und zu einem Durchschnittspreis von 3 120 Euro verkauft.

 

Einen starken Auftritt hatten die 17 Fleckviehbullen. Homogene Qualität auf höchstem Niveau machten eine Siegerauswahl sehr schwer! Die Siegerschärpe bekam „Stanko PP“ (Sten P x Pele P), AG Hohennauen eG, ein kapitaler Bulle, der sofort in den Deckeinsatz gehen kann. Neben seinem tadellosen Äußeren konnte er durch seinen hohen RZF 112 bei ausgeglichenen Teilzuchwerten punkten. Als Reservesieger nahm „Santano PP“ (Saenko PP x Hornig PP) den Applaus der Zuschauer entgegen. Die Little King Ranch, Zehdenick, bringt diesen Top-Bullen zur Versteigerung. Schon in der Eigenleistungsprüfung in der LVAT in Groß Kreutz war dieser Bulle ein echter Hingucker. Mit Prüftageszunahmen von 1 738 g und den Körnoten 8/8/8 ließ er keine Wünsche offen. Ein Brandenburger Zuchtbetrieb sicherte sich zum Höchstpreis von 5 000 Euro den formschönen Zukunftsbullen.

 

Die Uckermärker stellten mit 30 Bullen den größten Rasseblock. Ausgeglichen und bei bester Qualität präsentiert sich diese Rasse auch im Ring in den einzelnen Richtklassen. Einer der jüngsten Bullen konnte sich in dem großen Auktionslot der Uckermärker als Sieger behaupten. Die Agrar GmbH Biesen ist Züchter von dem John-Sohn „Jonus Pp“. Wie gemalt und dem Rasseziel absolut entsprechend, präsentiert sich dieser Bulle, im Typ mit einer 9 bedacht, im Ring. Auch er hat im Vorgang zur Auktion in der Stationsprüfung sein Leistungspotenzial unter Beweis gestellt und mit PTZ von  1 503 g abgeschlossen.

 

Viel Begehren geweckt

Den Reservesieg erzielte „Frodo Pp“, der vom  RBB-Besamungsbullen Famos PP abstammt. Dirk Berndt aus Schwedt brachte diesen top entwickelten Bullen nach Groß Kreutz. Neben „Frodo Pp“ wurden noch weitere drei Famos-Söhne aufgetrieben und zu sehr guten Preisen verkauft. Das höchste Gebot bei den Uckermärkern erhielt „Janek PP*“ aus der Agrar GmbH Biesen. Der Halbbruder zum Siegerbullen hat ein absolutes Schaupedigree und weckte viel Begehren. Mit einem Zuschlag von 5 600 Euro verließ er den Ring und trat seine Reise Richtung Mecklenburg-Vorpommern an.

 

 

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