13. RBB-Bullenauktion: Wie aus einem Guss

24.03.2014

© Dagmar Kinder, RBB

Die teuersten Bullen: „Hero P“ von Thekla Zachert (siehe Foto) und „Eckmar P“ aus dem Landwirtschaftsbetrieb Dirk Berndt.

Interessante Hornlosgenetik, hohe Leistungsveranlagung, flotte Gebote, geräumter Markt – mit diesen wenigen Stichpunkten ließe sich die 13. RBB-Bullenauktion in Groß Kreutz kurz umreißen. Mit über 500 Gästen war die Veranstaltung im Brandenburger Rindermarkt gut besucht. 25 Züchter hatten ihre besten Jungbullen für die Versteigerung ausgewählt und im Heimatstall bestens vorbereitet. Alle 64 Bullen, übrigens zu 98 % genetisch hornlos, konnten zu durchschnittlich 3 270 Euro den Besitzer wechseln. Das lag nicht nur an der guten Qualität der Tiere, sondern auch an dem versierten Auktionator Torsten Kirstein, Verden, der die zahlreichen Kaufinteressenten in der Auktionshalle zu motivieren wusste. Die Bullen aus Brandenburger Zucht wurden nach Ungarn, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und natürlich in die Region verkauft.

Glücksgriff gelungen

Am Vortag wurden die Bullen gekört und rangiert. Den stärksten Rasseblock stellten die Uckermärker Züchter. Die Kollektion zeigte sich in diesem Jahr auch am homogensten. Dem Landwirtschaftsbetrieb Dirk Berndt, Schwedt, ist mit der Kombination von Eckhof P x Winzer Pp offenbar ein Glücksgriff gelungen. Sieger und Reservesieger der Rasse stammen aus seiner Zucht, haben diese Vorfahren im Pedigree und waren wie aus einem Guss. Es scheint die perfekte Kombination für typvolle, bestens bemuskelte und korrekt gestellte Bullen zu sein, die obendrein noch mit sehr guten Werten für maternale und Zuchtleistung ausgestattet sind. Siegerbulle „Eckmar P“ wurde mit der Traumnote 9 im Typ bewertet, für Bemuskelung und Skelett gab es die 8. Auch die Kunden haben die Qualität dieses Bullen erkannt – Tageshöchstpreis (5 300 Euro)! Stallgefährte „Eckwien Pp“ (Körnoten 8-8-8) als Reservesieger bot fast ein Ebenbild und wechselte für 5 000 Euro den Besitzer. Zum Abschluss der Auktion sorgten die 25 Bullen bei großer Nachfrage generell noch einmal für Stimmung in der Halle.  

Sohn zum Spitzenpreis

Auch für den Siegerbullen der Rasse Charolais  wurden 5 300 Euro geboten. „Hero P“ ist ein ausgesprochener Typbulle mit hervorragender Bemuskelung und gewünscht starkem, tadellosem Knochenbau. Die französische Genetik, gepaart mit  Hornlosigkeit und dem Charakter der Rasse, machte den Sieger besonders für Züchter interessant. Ein Brandenburger Zuchtbetrieb wird die Erfolgsgeschichte von Hero hoffentlich weiter schreiben: Thekla Zachert ersteigerte Mutter „Verona Pp“ aus der Zucht von Johannes Imöhl 2012 als tragende Färse auf dem Deutschen Färsen-Championat Best of. Zwei Jahre später wird der Sohn zum Spitzenpreis an gleicher Stelle verkauft – schöner kann man sich das nicht ausdenken! Bei dieser Gelegenheit sei auf den Termin der nächsten Auktion „Best of“ 2014 hingewiesen: 15. April in Groß Kreutz!

Der Reservesieg ging an Peter Ohly, Putlitz, der mit insgesamt sechs Bullen angereist war. „Elias PS“ (Eldorado Pp x Matz PP) war der Beste aus dieser tollen Kollektion. Seine Körnoten 8-8-8 sagen alles über den rassetypischen, sehr gut bemuskelten und korrekt gebauten Bullen, der zu den jüngsten der insgesamt 12 Charolais’ zählte.

Den Auftakt der Versteigerung gab „Baptist Pp“ (Bayer PP x Echodale P) aus der Zucht von Bauer Peters, Löhme. Der Sieger der Rasse Fleckvieh-Fleisch ist ein Bild von einem Bullen – die Typnote 9 sagt alles. Der breit angelegte, rahmige  Outcross-Bulle bewegte sich mit enormer Ausstrahlung, überzeugte mit langer Mittelhand bei absolut korrekter Oberlinie und natürlich mit seinen Tageszunahmen von über 1 600 g. Der Titel Reservesieger ging an den sehr ausgeglichenen (Körung 8-8-8) Graf-Sohn „Gral Pp“ aus der Agrargesellschaft Trebbus bR mbH. Seine Vorfahren Gigant und Strabino sowie sein RZF von 117 versprechen eine herausragende Fleischvererbung. Insgesamt bestand das Auktionslot aus zwölf Spitzenbullen, acht davon homozygot hornlos getestet.

Keine Wünsche offen

Zehn Limousin-Bullen standen zur Versteigerung, durchweg in sehr guter Qualität der Rasse. Körsieger wurde der junge „Marino PS“ (C. N. Maurice x Imperator Pp) von Steffen Panzner, Missen. 8-8-7 gekört, Tageszunahmen von 1 500 g, rassetypische, sehr ausgeprägte Bemuskelung – es blieben keine Wünsche offen. Marino wird künftig in einem brandenburgischen Zuchtbetrieb zum Einsatz kommen. Heike Zorn, Berlin, stellte mit „Otto“ den ältesten Vertreter der Rasse und erhielt für den rahmigen, gut bemuskelten Bullen mit breitem Becken den Reservesiegertitel. Er stammt von dem Bundesreservesieger Orano und geht mütterlicherseits auf den Franzosen „Sablier“ zurück. Sein RZF von 119 und die weit überdurchschnittliche Mutterleistung machten ihn besonders interessant.  Die Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine und Hereford waren mit vielversprechenden Vertretern präsent, die in Groß Kreutz  alle ihre Käufer fanden.   

Tab.1: Durchsschnittspreise 13. Zuchtbullenauktion Groß Kreutz

Rasse        aufgetriebene    verkaufte     Durchschnitts-     von            bis
                        Tiere                Tiere              preis   

Angus                   3                   3                2 867 €          2 800 €     3 000 €
Blonde
d’Aquitaine          2                   2                3 000 €           2 600 €     3 400 €
Charolais            12                 12               3 492 €          2 500 €     5 300 €
Fleckvieh            12                 12               3 183 €           2 600 €     4 000 €
Hereford               2                   2                2 350 €          2 300 €     2 400 €
Limousin             10                 10               2 970 €          2 300 €     3 600 €
Uckermärker      23                 23               3 487 €          2 600 €     5 300 €
gesamt                64                 64               3 270 €          2 300 €     5 300 €


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