Hübsch anzuschauen ist es allemal: das Jersey-Rind (c) Sabine Rübensaat

Im Porträt: das Jersey-Rind

Es stammt ursprünglich von der Kanalinsel Jersey und zeichnet sich durch einen besonders hohen Milchfettgehalt aus. Dennoch spielte das Jersey-Rind in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle.

Von Prof. Dr habil. Dr agr. Wilfried Brade

Das Jersey-Rind stammt ursprünglich von der Kanalinsel Jersey (Herdbuchgründung: 1833). Das Jersey-Rind ist gelblich bis hellbraun gefärbt (rehbraun) und das kleinste heimische Milchrind. Die Kühe wiegen nur 400 bis 450 kg und haben eine Widerristhöhe von 120 bis 125 cm. Das wichtigste Rassemerkmal ist der äußerst hohe Milchfettgehalt (ca. 5 bis 6 %). Dafür ist die Milchmenge deutlich geringer als bei den meisten anderen Milchrassen.

Männliches Jersey-Rind

Jersey männlich

Weibliches Jersey-Rind

Jersey weiblich

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Tiere dieser Rasse insbesondere nach den USA, Dänemark und Neuseeland exportiert. Dort entstanden aus den importierten Tieren größere Bestände als auf der Jerseyinsel.

In Deutschland spielt(e) das reinrassige Jersey-Rind immer nur eine untergeordnete Rolle (2014: < 2.000 Milchkühe im Herdbuch). Jedoch bereits in den 1920er Jahren wurden von Prof. Frölich im Haustiergarten der Uni Halle erste Kreuzungsversuche mit Jerseys initiiert. Sie führten zu umfassenden Kreuzungsstudien im Tierzucht-Institut Dummerstorf ab 1939. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in der DDR auf diese frühen Studien in Dummerstorf systematisch aufgebaut (Dr. Lenschow und Mitarbeiter).

Jersey-Bullen für die Kreuzung

In der ehemaligen DDR wurden somit bereits ab Anfang der 1960er Jahre Jersey-Bullen als Kreuzungspartner sowohl für Kühe der Schwarzbunten Niederungsrasse als auch das Fleckvieh – vor allem zur Erhöhung des Fettgehaltes – eingesetzt. Dazu wurden speziell Dänische Jersey-Bullen importiert. Die spätere Züchtung des Schwarzbunten Milchrindes (SMR) – ab Mitte der 1960er Jahre in der DDR konsequent vorgegeben (gegen den Willen vieler Herdbuchzüchter) – baute somit auf das bereits laufende Jersey-Programm auf.

Kuh-Ortung mit dem Smartphone

Nach der Wiedervereinigung endete das separate SMR-Zuchtprogramm in der DDR abrupt. Als Begründung ist hierfür vor allem die konsequente Ablehnung der zentralistisch-diktatorischen Tierzuchtverwaltung (VVB Tierzucht, Kombinat) durch die nun wieder mündigen Landwirte einschließlich die Überbetonung des Milchfettgehalts im SMR-Zuchtprogramm und eine deutlich geringere Euterqualität gegenüber den bundesdeutschen Schwarzbunten zu nennen.

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