Die Probenahme erfolgt jeweils auf einem Quadratmeter. (c) Jan Achilles

Grünland: Mehr Masse, wenig Feuchtigkeit

Der zweite Teil unserer Serie Futter aktuell zeigt, dass Trockenmasseertrag und Rohproteingehalt beim Ackergras je nach Standort große Unterschiede aufweisen. Grünlandstandorte sind nach Trockenheit in den vergangenen Jahren geschwächt.

Von Marion Dunker* und Dr. Heidi Jänicke*,

Zunehmende Trockenheit prägte die Witterung der vergangenen Woche. Niedrige, teilweise sogar frostige Nachttemperaturen wechselten mit moderaten Tagesbedingungen bei stärkerem Wind und reichlich Sonnenstunden. Dabei schritt das Massewachstum beim Ackerfutter voran.

Kam Stickstoff an?

Der Rohproteingehalt ging infolge der Massebildung leicht zurück. Es stellt sich allerdings die Frage, inwieweit der gedüngte Stickstoff vom Gras aufgenommen werden konnte. Düngungstermin, Stickstoffmenge und Wasserverfügbarkeit sind hierbei entscheidend. Die Folge sind relativ große Standortunterschiede, bezogen auf Trockenmasseertrag und Rohproteingehalt.

Niedrige Fasergehalte und günstige Gasbildungs- und Rohfettwerte führen weiter zu hohen Energiedichten. Beim Ackergras liegt der Energiegehalt im Mittel bei 7,7 MJ NEL/kg Trockenmasse (TM) und repräsentiert noch vergleichsweise junge Futteraufwüchse. Die derzeit hohen Zuckerwerte lassen auf eine gute Siliereignung  hoffen. Allerdings werden sich bis zur Schnittreife die Inhaltsstoffe entwicklungsbedingt noch stark verändern.



Weniger wertvolle Hauptbestandsbildner

Der Trockenmasseertrag auf den Mineralboden-Grünlandflächen schwankt von 11 bis 34 dt TM/ha. Beim Rohproteingehalt wurden Werte zwischen 126 und 223 g/kg TM ermittelt. Alle übrigen Analysenparameter stehen in ihrer Größenordnung ebenfalls für noch junge Futterbestände. Der mittlere Energiegehalt von 7,7 MJ NEL/kg TM auf Mineralboden-Grünland fällt im Vergleich zum Ackerfutter nicht höher aus. Vor allem deshalb, weil die Verdaulichkeit – wenn auch in allen Fällen sehr gut – auf dem Grünland mit durchschnittlich 61 ml/200mg TM deutlich geringer ist als mit 65,3 ml/200mg TM beim Ackergras.

Dabei spielt die Gräserzusammensetzung auf dem Grünland eine entscheidende Rolle. Hier ist derzeit der Anteil wertvoller Hauptbestandsbildner deutlich geringer als beim Ackergras. Die Grünlandbestände wurden in den vergangenen beiden Jahren auf verschiedene Art und Weise geschwächt. Das ließ sich nicht flächendeckend ausgleichen bzw. verlangt nach weiterer Pflege und Bestandesverbesserung.

Die zunehmend mangelhafte Bodendurchfeuchtung und nach Vorhersagen auch in der nächsten Woche ausbleibende Niederschläge werden Folgen haben. Je nach Standort werden wir voraussichtlich differenzierte Ertragszunahmen und auseinanderdriftende  Reifeentwicklungen beobachten können.



*Marion Dunker, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung,
*Dr. Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern



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