Niedrige Temperaturen sorgen für verzögerten Aufwuchs beim Ackergras. (c) Jan Achilles

Das Ackergras startet in die Saison – wenn auch mit angezogener Handbremse

LUFA Rostock der LMS und Landesforschungsanstalt MV beproben landesweit 18 Testflächen mit Ackergras sowie Dauergrünlandstandorte. Landwirte erhalten im Beitrag „Futter aktuellregelmäßig aktualisierte Empfehlungen zum optimalen Schnittzeitpunkt. Teil1:

Von Marion Dunker, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung und Dr. Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt MV, IfT Dummerstorf

Wie in den Vorjahren beprobt die LUFA Rostock der LMS Agrarberatung GmbH auch in diesem Jahr wieder wöchentlich landesweit 18 Testflächen. Mit der Landesforschungsanstalt MV in Dummerstorf werden die Proben ausgewertet, um daraus Empfehlungen zum optimalen Schnittzeitpunkt abzuleiten. Ein rechtzeitiger erster Schnitt ist die wesentliche Basis für hochwertige energiereiche Grassilagen. Zunächst werden die Daten von den sechs Ackergrasflächen ausgewertet. Die Daten von den Dauergrünlandflächen folgen entsprechend dem Reifefortschritt.

Futter aktuell: Witterung verzögerte Wachstum

Nachdem Anfang bis Mitte März eher kühles und wechselhaftes Wetter vorherrschte, bot die letzte Märzwoche bereits teils frühsommerliche Temperaturen. In der Summe entsprachen die Niederschläge in etwa dem langjährigen Mittel und somit war ein insgesamt früher Start für den Futteraufwuchs zu erwarten. Der April mit häufigen Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt war sogar der kälteste seit 1977. Das führte zu sehr verzögertem Wachstum. Nur frühe Sorten erreichten teils höheren Massewuchs.

Die Tabelle zeigt die Flächenerträge und Labordaten der Ackergräser der 17. Kalenderwoche (KW) im Vergleich zur Vorwoche. Die Trockenmasseerträge fielen, bis auf eine Ausnahme, zur ersten Probenahme noch schwach aus. Und trotz der weiterhin eher widrigen Bedingungen in der Folgewoche (zu trocken und zu kalt) entwickelte sich der Ertragszuwachs mehr als erwartet. Wahrscheinlich wirkten sich in Pflanzenbestände an mehreren Standorten erst jetzt Düngergaben und Feuchtigkeit für das Wachstum aus.

Tabelle 1 Futter aktuell
(c) LUFA Rostock der LMS und Landesforschungsanstalt MV
Tabelle 2 Futter aktuell
(c) LUFA Rostock der LMS und Landesforschungsanstalt MV
Tabelle 3 Futter aktuell
(c) LUFA Rostock der LMS und Landesforschungsanstalt MV

Pflegemaßnahmen auf Grünland erst abgeschlossen

Auf dem Grünland dagegen wurden auf den meisten Flächen gerade erst die Pflegemaßnahmen abgeschlossen. Biomassebildung hat zum großen Teil noch nicht eingesetzt. Darum werden diese Testflächen 2021 etwas später in die Beprobung einbezogen.

Die Inhaltsstoffe sind vor allem durch hohe Zucker- und geringe Fasergehalte charakterisiert. Sie liegen durchaus im Normbereich für dieses frühe Entwicklungsstadium. Gegenüber der Vorwoche nahmen die Rohasche- und Rohproteingehalte erwartungsgemäß ab. Das ist bei dem zwar geringen, aber doch bereits eingesetzten Massewachstum – im Sinne eines Verdünnungseffekts – durchaus erklärbar. Normal ist auch die weitere Zunahme der Zuckergehalte und Verdaulichkeit (Gasbildung im HFT). Die aus den maßgebenden Gehalten errechneten Energiedichten liegen deutlich über den Anforderungen der Fütterung. Die Zielbereiche der Inhaltsstoffe zeigen noch reichlich Spielraum, bevor starker Massezuwachs mit Qualitätseinbußen kollidieren würde.

Der Ackergrasbestand in Dummesrtorf hat sich trotz der niedrigen Temperatuern gut entwickelt. Foto Jan Achilles

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