Ausstellung in Tellow eröffnet

17.12.2014

© Gerd Rinas

Freudige Zeremonie: Angela Ziegler, Prof. Isermeyer, Dr. Fick und Dr. Backhaus (v. l.) eröffnen die Ausstellung.

Auf diesen Tag hatten Dr. Johanna Fick und Angela Ziegler gut ein Jahr lang hingearbeitet: Gemeinsam mit Agrarminister Dr. Till Backhaus und Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts, eröffneten die Projektleiterin und die Direktorin des Thünen-Museums in Tellow die Ausstellung „LandNutzenLeben, vom Umgang mit unserem Land, gestern, heute und morgen“. Besucher können sich nun im Neubauernhaus Brosowski über die Veränderungen in der Bodennutzung während der vergangenen 200 Jahre informieren. „Die Ausstellung stellt schlaglichtartig den Landnutzungswandel in Deutschland dar. Wir zeigen, wie der Boden zur Zeit von Johann Heinrich von Thünen (1783–1850) auf dem Gut Tellow genutzt wurde, wie dies in der Gegenwart geschieht, welche Faktoren zu welcher Zeit Einfluss auf die Landnutzung hatten beziehungsweise haben, und wir geben einen Ausblick“, erläuterte Projektleiterin Johanna Fick.

Die Ausstellung wartet mit interessanten Fakten auf. Besucher erfahren beispielsweise, wie akribisch Thünen die Wirtschaftlichkeit einer Fuhre Roggen von Tellow nach Rostock berechnete und dabei nicht nur die Kosten von 75 kg Pferdefutter, sondern auch den Verlust von 84 kg Pferdeäppeldung kalkulierte: Bei 50 Meilen Transportentfernung ginge der Gewinn gegen Null, hatte der Musterlandwirt errechnet. In der Ausstellung erfahren Besucher Neues über die Entwicklung des Pflanzenbaus, wie sich zum Beispiel die Mechanisierung auf Feldgröße und Bodenfruchtbarkeit auswirkt und wie die Düngung auf den Ernteertrag. Das Verdienst der Schau: Bei allen angesprochenen Themen wird der Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart geschlagen, was der Ausstellung erstaunliche Aktualität verleiht.

Vor der Eröffnung hatte Agrarminister Dr. Till Backhaus den bei der Vorbereitung beteiligten Partnern gedankt. Finanziell gefördert wurde die Schau mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Inhaltlich handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Thünen-Museums und des Thünen-Instituts, Braunschweig. Dessen Präsident, Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, bezeichnete die Ausstellung als Anlass, eine Brücke vom Braunschweiger Institut zur Thünengesellschaft und zum Thünengut nach Tellow zu schlagen. „Werte, mit denen sich Johann Heinrich von Thünen beschäftigte, sind heute genauso aktuell“, betonte Isermeyer und nannte als Beispiele die Suche nach richtiger, nachhaltiger Landnutzung oder nach dem „gerechten Arbeitslohn“.

Der Landtagsabgeordnete Torsten Renz und Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Rostock, wünschten der Ausstellung viele Besucher. Beide betonten, den Museumsstandort Tellow weiter unterstützen zu wollen.

Der Vorsitzende der Thünengesellschaft, Prof. Dr. Fritz Tack, unterstrich die Bedeutung, die das Thünengut als lebendiger Ort der Begegnung und des Erinnerns an den international verehrten Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler, Sozialreformer und Musterlandwirt sowohl für das Land Mecklenburg-Vorpommern als auch für das nationale Kulturerbe hat.

„Wir erhoffen uns Zuspruch von Schulklassen, Reisegruppen und Touristen“, sagte Museumsdirektorin Angela Ziegler. Die Ausstellung passe hervorragend nach Tellow, wo sich Besuchern die Gelegenheit zu einer Zeitreise in die Vergangenheit biete.

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