Unfreiwilliger Genmais-Anbau
Unterstützung für geschädigte Landwirte
Berlin. Der Deutsche Bauernverband (DBV) übt harte Kritik am Verhalten des Züchtungsunternehmens Pioneer im Zusammenhang mit der Auslieferung gentechnisch verunreinigten Maissaatguts an Landwirtschaftsbetriebe. Das Unternehmen sei nicht bereit, den Landwirten vorbehaltlos ihre Schäden zu ersetzen, die diese durch die Aussaat nicht verkehrsfähigen Maissaatgutes erlitten haben. Der DBV habe in den Verhandlungen mehrfach Kompromisse angeboten, die sich in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit bewährt hätten. Pioneer dagegen habe den Landwirten nur zugestanden, zunächst eine „freiwillige Soforthilfe“ zu leisten, die jedoch abhängig vom Ausgang eines gerichtlichen Musterverfahrens zurückzuzahlen ist. Das ist aus Sicht des DBV der Versuch, das gesamte Prozessrisiko auf die Landwirte abzuwälzen. Der DBV werde sich weiter um eine einvernehmliche Lösung bemühen, werde aber die Bauern auch in ihren Klageverfahren begleiten, falls es zu keiner Einigung kommt. Außerdem teilte der DBV dieser Tage mit, dass er sich nachdrücklich dafür einsetzen wird, dass Zulassungs- und Anbauentscheidungen für gentechnisch veränderte Pflanzen nur auf wissenschaftlicher Grundlage vorgenommen werden. Die Koexistenz von Landwirten, die sich gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgesprochen haben, und von denjenigen, die die Grüne Gentechnik nutzen wollen, sei schwierig zu regeln. Deshalb appelliere der Verband noch einmal an alle Beteiligten, praxisgerechte Leitlinien für die Koexistenz auf der Basis repräsentativer Versuchsanstellungen zu erarbeiten. Bis auf Weiteres könne den Landwirten jedoch ohnehin vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nur abgeraten werden. PI/BZ
Foto: Sabine Rübensaat



